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Milchschaum Wer kennt das nicht? Vermeintlich unschuldige Frauen geniessen auf die obszönste Art Milchkaffe. |
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Die Milchschaum Haßseite
Der Milchkaffe mit Milchschaum
Es ist, glaube ich, an der Zeit, über eine der bedeutendsten Unsitten der späten 90er Jahre zu schreiben. Den mit Milchschaum verunstalteten Milchkaffee! Wahrscheinlich weiß in der westlichen Hemmisphäre keiner mehr, woher diese aufgeschäumte Fettemulsionsgeschmacklosigkeit eigentlich kam. Aber heutzutage ist es verdammt schwierig, einen Milchkaffe ohne diesen spermaähnlichen Ekelglibber zu bekommen. Wie konnte so etwas nur geschehen? Dazu
vielleicht eine kleine Vorgeschichte: Ich arbeitete nunmehr über
11 Jahre in den jeweils angesagtesten Kneipen Ebingens. In diesen
Kneipen - und wahrscheinlich in den meisten in ganz Deutschland
- will König- oder natürlich Königin - Gast den Cappuccino mit Sahne serviert haben. Die Ausnahmen sind leider sehr rar gesät.
Deshalb wird bei uns nur auf Wunsch Milch aufgeschäumt. Jetzt
hat aber offenbar in den letzten beiden Jahren irgend eine gelangweilte
Bedienung eines Lokals, vermutlich aus uns völlig unbekannten
Gründen, die ihren Ursprung in einer uns fremden Galaxie haben,
Milchschaum auf ihren Milchkaffe gebastelt. Und wie der Teufel so
will, hat das einer dieser Szenetypen gesehen und sofort als hip
und trendy erkannt. "Mensch, damit kann ich auffallen! Milchschaum
auf meinem Milchkaffe. Wie werden die Mädels Augen machen,
wenn ich sowas bestelle!" Aber leider ist dies nicht das Ende der Fahnenstange. Es sollte für uns alle noch viel, viel schlimmer kommen! Aus
wiederum nicht nachvollziehbaren Gründen, war dann wohl einmal
einer unserer Trend-Gastro-Unternehmer in Italien im Urlaub. Und
wie es sich im Urlaub so gehört, hat er dort eine Nacht zu
lange durchgefeiert. Vermutlich hing er mit seinem letzten Caipirinhia
an der Theke und wartete auf die Frau fürs Leben. Mit seinen
zusammengekniffenen Augen konnte er nicht mehr viel erkennen, außer
daß der Barkeeper ständig heiße, aufgeschäumte
Milch in Gläser füllt. Und was macht der noch? Kaffee
dazu schütten.
Au Backe! Da kommen die Leute doch zu uns in die Kneipe und bestellen
mit ernster Trendsettermine die öbszönsten Dinge. "Ich
bekomme eine Latte" und ähnliches kriegt man da zu hören.
Als ob das mit dem Milchschaum nicht schon zweideutig genug wäre,
wird der Hintergrund der ganzen Milchschaumschlägerei jetzt
auch schon verbalisiert. Und man trifft die wildesten Latten-Kreationen
an. Sei es im Saftglas mit Strohhalm, in kleinen Blumenvasen mit
langstieligem Löffel oder im Zahnputzglas, immer sind die Gläser
mindestens halbvoll mit Schaum. Das kostet dann aber auch locker
DM 1.- mehr als der normale Milchkaffee, der ja aber auch schon
mit Milchschaum veredelt wird. Nennt mir mal locker 10 Kneipen, in denen man noch einen Milchkaffe so bekommt, wie er eigentlich sein sollte. Ich glaube soetwas gibt es fast nirgendwo mehr. Vielleicht noch in den guten alten Wirtschaften oder Gasthäusern - oder auf dem Land.
Man darf nicht vergessen die Tassen/Gläser auf der Kaffeemaschine zu lagern, damit sie vorgewärmt sind. Dann erwärmt man die Milch (natürlich schäumt man sie, wenn man was auf sich hält, auf) und schüttet sie mit viel Liebe in die Tasse. Der Milchschaum muß übrigens fast immer mit einem Löffel geschöpft werden. Danach stellt man die Tasse/das Glas unter die Kaffeemaschine und drückt die Espressotaste. Der Kaffee windet sich jetzt wie auf Rosen gebettet durch den Milchschaum und gibt sein ganzes Aroma an die Milch ab. Ansonsten würde er es beim harten, gefühlosen Aufprall auf den Boden der unnachgiebigen Tasse/Glases verlieren. Mensch, so einfach ist das! |