intelligente Modellbahnsteuerung

Mit der intelligenten Modellbahnsteuerung können mehr als 100 Züge gleichzeitig auf einer Eisenbahnanlage fahren, ohne daß sie zusammenstoßen. Dabei können die Züge, Fahrstraßen usw. entweder über einen PC (Tastatur, Bildschirm) oder über ein konventionelles Stellpult (Taster, Leuchtdioden) bedient werden. Jede Lokomotive kann dabei ihren eigenen Fahrregler haben, über welchen sie gefahren wird und der Computer „weiß“ jederzeit wo sich welche Lok gerade befindet und welche Fahrstraßen gestellt sind. Von der Bedienung her verhält sich die Steuerung der Lokomotiven wie eine (teurere) Digitalsteuerung. Der Unterschied ist, daß bei der Intelligenten Modellbahnsteuerung weder Sender noch Empfänger benötigt werden und daß kein Eingriff in die Lokomotiven erfolgt.

Für die Steuerung kommen nur kommerzielle Schaltkreise zum Einsatz, sodaß sie mit etwas Erfahrung auf dem Gebiet der Elektronik sogar selbst aufgebaut und in Betrieb genommen werden kann. Zu diesem Zweck sind Leerplatinen beim Hersteller erhältlich. Wahlweise kann sie aber auch komplett (inklusive PC-Software) beim Vertreiber bezogen werden.

Funktionselemente der Steuerung

Die gesamte Modellbahnanlage wird zentral gesteuert. Zu diesem Zweck gibt es verschiedene Elektronikplatinen, die alle einen bestimmtem Zweck erfüllen:

    Platine für die Steuerung von 14 Weichen

    Platine mit 4 Fahrreglern

    Platine mit 24 Besetztmeldern

    Platine mit 24 Ein-/Ausgängen für Taster, Leuchtdioden, Signale, ...

    Adapterplatine zum Anschluß an den Computer

    Netzteilplatine

Alle Platinen (außer Adapter) haben das Europa-Format (10cm x 16cm) und sind über einen Parallelbus (leere Platine mit Steckern) miteinander verbunden. Das verwendete Bussystem ähnelt dem ECB-Bus (alten Z80-Hasen noch ein Begriff). Von den obigen Platinen können natürlich auch mehrere gleizeitig eingesetzt werden. Auf diese Weise kann man dann die Steuerung z.B. mit 16 Fahrreglern ausstatten. Das Foto zeigt ein Einschubgehäuse mit Adapter-, Besetztmelder- und zwei Fahrreglerplatinen. Das Kabel für den Anschluß an den Druckerport des Computers ist auch zu erkennen.

Mit den Elektronikplatinen allein funktioniert die Steuerung natürlich noch nicht. Dazu wird ein (meist vorhandener) PC benötigt, der zwei wichtige Rollen übernimmt:

    Steuerung der gesamten Elektronik über die Adapterplatine

    Benutzerschnittstelle mit Gleisbild und Steuerung über die Tastatur

Die Steuerung der Elektronik-Komponenten muß dabei der PC übernehmen, während die Benutzerschnittstelle auch ein normales Gleisstellpult mit LEDs (Lämpchen), Tastern und Reglern sein kann. Die Skizze verdeutlicht das Zusammenspiel der genannten Elemente.

Und wie funktioniert die Steuerung nun?

Wenn ein Taster, welcher an der Ein-/Ausgabeplatine angeschlossen ist, betätigt wird, stellt sich natürlich noch keine Weiche um. Welche auch? Die Weichenplatine weiß ja von dem Tastendruck nichts.

Sie kann es aber, denn der angeschlossene PC erkennt den Tastendruck und weiß, welche Taste gedrückt wurde. Außerdem hat er eine Tabelle in seinem Programmspeicher (und auf der Festplatte) abgelegt, welche diesem Taster die Weiche 3 (Beispiel) zuordnet. Also gibt der PC den Befehl an die Weichenplatine, die Weiche 3 zu stellen, weil der entsprechende Taster betätigt wurde.

Auf diesem Prinzip basiert die gesamte Steuerung. Schattenbahnhöfe werden gesteuert, Fahrstraßen gestellt, Signale gesetzt, Züge kollisionsfrei gefahren und und und. Die dazu erforderlichen Tabellen werden einmal anhand der vorhanden Modellbahnanlage (Gleisplan, Züge, ...) eingegeben.

Außerdem fragt das PC-Programm bei seinem ersten Start alle Gleisabschnitte (Besetztmelder) ab, und fordert den Modellbahner dann auf, die entsprechenden Lokdaten (Nr, Bezeichnung, Geschwindigkeit, ...) einzugeben, wenn ein besetztes Gleis entdeckt wird. Von diesem Zeitpunkt an weiß das Programm immer, wo sich die bis zu 128 Lokomotiven gerade befinden. Mogeln gilt hierbei natürlich nicht, heißt: Abschalten und eine Lok wegnehmen.

Wie wird die Steuerung an die Modellbahn angeschlossen?

Mit Drähten. Aber Scherz beiseite. Die Anlage wird ganz normal verkabelt. Von den Weichen, Signalen, Schaltern, Leutdioden werden die entpsrechenden Verbindungen zu den Elektronikkarten über Sub-D-Stecker hergestellt.

Außerdem - und das ist der wichtige Punkt - wird die gesamte Anlage durch entsprechende Trennstellen in Blockabschnitte aufgeteilt. Jeder dieser Blockabschnitte bekommt dann seinen eigenen Fahrregler (damit ist hier nicht der „Drehknopf“, sondern die Elektronik, gemeint). Außerdem kann noch jeder Blockabschnitt wahlweise weiter in Fahr-, Brems- und Halteabschnitt unterteilt werden, was erst ein professionelles „Spielen“ ermöglicht. Lokomotiven können dann automatisch langsam abbremsen und kommen genau vor einem Signal zum Stehen.

In einem Kreis mit vier Blockabschnitten können somit 3 Lokomotiven gleichzeitig ohne Auffahrprobleme fahren.

Und was kostet der ganze Fahrspaß?

Nun - die Leerplatinen kosten DM 50,-. Man kann sie auch als Baussatz mit allen erforderlichen Teilen für DM 140,- oder fertig aufgebaut und getestet für 170,- bestellen. Die Adapterlatine ist etwas preiswerter.

Dazu kann man dann noch die verschiedenen Software-Optionen (Steuerungs-Programm, Gleisbild) für DM 90,- bis 250,- kaufen.

Und komplett betriebsfertige Steuerungen gibt es auch ab DM 1000,-.

Das sind natürlich alles Zirkapreise!

Wo kann ich denn nun bestellen?

Nun werde ich reich! Wieder ein Scherz. Die Steurung kommt nicht von mir und ich bin in keiner Weise daran geschäftlich beteiligt. Ich bin zufällig auf einer Modellbahn-Austellung auf diese einfache, aber doch trickreiche Steuerung gestoßen. Die Anfänge der Steuerung reichen bis in das Jahr 1993 zurück und sie ist komplett in verschieden Ausgaben der Zeitschrift „modellbahn elektronik“ erschienen.

Die Zeitschriften, Platinen und weitere Informationen gibt es bei Modellelektronik.

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