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Inhaltsangabe von Voll im Bilde

Es gibt etwas Neues auf der Scheibenwelt. Es nennt sich bewegte Bilder und scheint eine Art Magie auf die Leute auszuüben. Gedreht werden die Filme an einem Ort namens "Holy Wood", dessen Magie alle anzieht: Trolle, Zwerge, Zimmermänner, Zügelhalter, Wunderhunde und sogar ehemalige Würstchenverkäufer...richtig, auch Schnapper wittert wieder einmal eine Chance schnelles Geld zu verdienen. Diesmal versucht er sich als Regisseur. Er produziert bewegte Bilder mit Viktor Tugelbend, einem ehemaligen Zaubereistudent, und Ginger, eine Schönheit vom Lande, die einfach alles hat und noch mehr zeigt. Ihnen zur Seite steht Gaspode, der sprechende Hund, zusammen mit dem Showhund Laddie. In Ankh-Morpork erfreut sich jedermann an dem neuen Vergnügen und Kinos schießen wie Pilze aus dem Boden. Niemand weiß, daß durch die Magie von Holy Wood bösartige Kreaturen die Pforte in diese Dimension geöffnet wird.

Dutzende von Filmzitaten verwendet Pratchett hier, von Lassie über King Kong bis hin zu Star Trek , wobei natürlich alles und jeder durch den Kakao gezogen wird.

Voll im Bilde erschien bei Goldmann. 14,90 DM.

Textausschnitt aus Voll im Bilde

Auch die Zauberer der Unsichtbaren Universität haben von den bewegten Bildern gehört, und wollen nun, obwohl sie deshalb eine Mahlzeit verpassen, der verbotenen Freude fröhnen. So schleichen sie sich nachts samt Windle Poons´ Rollstuhl über die Mauern der Universität und verkleiden sich mit falschen Bärten über den echten Bärten als Kaufmänner, um nicht aufzufallen...leider müssen sie sich als Nicht-Zauberer hinten anstellen und auch noch Eintritt bezahlen, was schwer ist, wenn man nie Geld bei sich hat. Auf Seite 280 suchen sie sich einen anderen Eingang...

Für Gebäude, in denen bewegliche Bilder gezeigt werden, gilt überall im Multiversum eine heilige, unverletzliche Regel: Die Schauderhaftigkeit der rückwärtigen Architektur ist umgekehrt proportional zur Pracht an der vorderen Seite. Vorn: Säulen, Bögen, Blattgold, helles Licht. Hinten: sonderbare Röhren, geheimnisvolle Rohrleitungen, schmutzige Wände und dunkle Gassen voller Müll.
Und das Fenster der Toilette.
"So etwas ist unser durch und durch unwürdig", stöhnte der Dekan, als die Zauberer in der Dunkelheit schnauften.
"Sei still und schieb", brummte der Dozent für neue Runen. Seine Stimme kam von der anderen Seite des Fensters.
"Wir hätten etwas in Geld verwandeln können", sagte der Dekan. "Mit ein bißchen Magie. Was wäre so schlimm daran gewesen?"
"Damit wird die Währung verwässert", erklärte der Dozent für neue Runen. "Es fördert die Inflation. Für so etwas wird man in die Skorpiongrube geworfen. Was berührt mein Fuß? Ich möchte wissen, was mein Fuß berührt."
"Es ist alles in Ordnung", behauptete ein Zauberer."Du hast es praktisch hinter dir."
"Oh, oh",ächzte der Dekan, als man ihn durchs schmale Fenster in die Dunkelheit zog. "Ich bin sicher, dies nimmt ein böses Ende."
"Paß nur auf, wo du hintrittst. Ach, sieh nur! Ich habe dir doch gesagt, du sollst aufpassen, wo du hintrittst. Ach was soll´s, komm jetzt."
Die Zauberer schlichen - beziehungsweise platschten, was den Dekan betraf - durch einen finsteren Flur und erreichten kurz darauf den Saal, wo Windle Poons einige Plätze für sie freihielt, indem er mit seinem Stock nach allen Leuten schlug, die sich ihm zu nähern wagten.
Sie stolperten über ihre eigenen Beine, als sie an dem Rollstuhl vorbeikletterten und sich schließlich setzten. Eine Zeitlang starrten sie zu dem grauen Rechteck am anderen Ende des Saals.
"Weiß gar nicht, was die Leute so toll daran finden", murmelte der Professor nach einer Weile.
"Hat schon jemand versucht, `mißgestaltetes Kaninchen´ zu zeigen?", erkundigte sich der Dozent für neue Runen.
"Die Vorstellung hat wohl noch nicht begonnen", flüsterte der Dekan.
"Ich habe Hunger", jammerte Poons. "Ich bin ein alter Mann, ähm, und ich habe Hunger."
"Wißt ihr, was der alte Narr angestellt hat? Eine junge Frau führte uns mit einer Fackel hierher, und er...er kniff sie in den Hin...in den Allerwertesten!"
Poons kicherte. "Hubba-bubba!" gackerte er. "Weiß deine Mutter, daß du dich hier herumtreibst?"
"Es ist einfach zuviel für ihn", meinte der Professor. "Wir hätten ihn nicht mitnehmen dürfen."
"Ist euch eigentlich klar, daß wir eine Mahlzeit versäumen?", sagte der Dekan.
Die Zauberer schwiegen nachdenklich. Eine füllige Frau zwängte sich an Poons Rollstuhl vorbei, zuckte plötzlich zusammen und blickte sich mißtrauisch um. Doch sie sah nur einen netten alten Mann, der fest zu schlafen schien.
"Und dienstags gibt´s Gänsebraten", erinnerte der Dekan.
Poons öffnete ein Auge und betätigte die Hupe.
"Tröt-tröt, trallala!" triumphierte er leise. "Wann geht deine Oma Seife kaufen?"
"Genau das meine ich", sagte der Professor. "Er weiß nicht einmal, in welchem Jahrhundert wir sind."
Poons bedachte ihn mit einem durchdringenden Blick.
"Ich bin alt, ähm, und vielleicht auch verkalkt", erwiederte er. "Aber ich beabsichtige nicht, auch weiterhin Hunger zu haben." Er kramte in den unergründlichen Tiefen seines Rollstuhls und holte einen schmierigen schwarzen Beutel hervor. Darin klirrte es. "Im Foyer habe ich eine Frau gesehen, die spezielle Kino-Speisen verkauft", teilte er den übrigen Zauberern mit.
"Soll das heißen, du hattest die ganze Zeit über Geld dabei?", fragte der Dekan. "Ohne es uns darauf mitzuteilen?"
"Ihr habt mich ja nicht danach gefragt", verteidigte sich Poons.
Die Magier starrten hungrig auf den Beutel.
"Das hiesige Angebot besteht aus Knallkörpern mit Butter, heißen Würstchen und Schokoladendingern mit Dingern drauf", sagte Poons. Er warf seinen Kollegen einen zahnlosen und listigen Blick zu. "Ich gebe euch was ab", versprach er großzügig.

Der Dekan zählte die Anschaffungen. "Wir haben hier sechs Patrizierportionen Knallkörper mit extra viel Butter, acht heiße Würstchen, einen Jumbo-Becher mit Prickelwasser und eine Tüte mit schokoladenüberzogenen Rosinen." Er reichte der Verkäuferin das Geld.
"Stimmt", sagte der Professor und sammelte alles ein. "Äh. Glaubst du, wir sollten nicht auch etwas für die anderen besorgen?"

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