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Inhaltsangabe von Eric
Eric ist eigentlich nur eine längere Erzählung, die mit Hilfe
überdurchschnittlich großer Schrift und einer Vielzahl doppelseitiger
Illustrationen auf Romangröße aufgeblasen wurde.
Hauptheld ist, nun ja, eben Eric, ein dreizehnjähriger Hobbydämonologe,
der während seiner Experimente aus Versehen den Tod, den Teufel und
unglücklicherweise auch Rincewind, den wohl unbegabtesten Zauberer der
Unsichtbaren Universität auf der Scheibenwelt
beschworen hat. Nach guter Sitte sind ihm jetzt drei Wünsche frei.
Allerdings hat er dabei nicht mit der Unzulänglichkeit von Rincewinds
Zauberkräften gerechnet - Probleme sind also vorprogrammiert. In einer Art
Zeitreise erfährt der Leser Interessantes über das Barbarenreich Klatsch,
die Erfindung des Rades und die Schöpfung des Universums, die allerdings
etwas anders abgelaufen war, als man es sich im Allgemeinen vorstellt.
Auch der Trojanische Krieg und Odysseus bekommen ihr Fett weg.
Literarisch zählt ERIC nicht gerade zu den Meisterwerken Pratchetts,
zeitweise scheint es, als wäre ERIC lediglich eine Romanvorlage gewesen,
die man durchaus noch ausbauen kann. Entschädigt wird man jedoch auf jeden
Fall von den Illustrationen Josh Kirbys, die wie immer durch Üppigkeit und
Liebe zum Detail bestechen. Da man in allen anderen Pratchett-Büchern bis
auf die Umschläge auf Illustrationen völlig verzichten muß, ist ERIC dann
doch ein unbedingtes Muß für jeden Pratchett-Fan.
Eric erschien bei Heyne. 17,90 DM.
Textausschnitt zu Eric
Bei seinem letzten Aufrtitt in "Der Zauberhut" verschwand Rincewind im Finale in einer anderen Dimension. Die Leser fragten sich
schon, wann ihr geliebter Rincewind wieder auftauchen würde, als plötzlich...
Rincewind schlug die Augen auf und sah eine Decke. Wenn es sich um Boden handelte, war er in Schwierigkeiten. So weit so gut. Vorsichtig betastete er die
Substanz, auf der er lag. Sie war maserig: Holz mit einem alten Nagelloch. Eine Art menschliches Material.
Seine Ohren empfingen das Knistern und Knacken eines Feuers, des weiteren leises Blubbern, Ursprung unbekannt. Die Nase fühlte sich
übergangen und berichtete hastig von Schwefelgeruch.
Na schön. Was ergab sich daraus? Er lag auf den hölzernen Dielen eines Zimmers, in dem ein Kaminfeuer brannte und etwas blubberte,
das nach Schwefel roch. Verträumte Benommenheit sorgte dafür, daß Rincewind mit seinen logischen Schlußfolgerungen recht
zufrieden war.
Sonst noch etwas?
O ja.
Er öffnete den Mund und schrie und schrie und schrie.
Dadurch fühlte er sich besser.
Eine Zeitlang blieb er liegen. Aus dem Durcheinander seines Gedächtnisses krochen einzelne Erinnerungsfetzen, zeigten ihm ein
warmes Bett und den Knaben namens Rincewind, der die verstreichende Zeit mit wachsender Verzweiflung in kleine Stücke teilte,
um einen schrecklichen Augenblick hinauszuschieben. Viel zu bald mußte er aufstehen und sich den Problemen des Lebens stellen,
wie zum Beispiel Fragen, die jetzt folgendermaßen lauteten: Wer bin ich? Wo bin ich? Und warum bin ich hier?
"Was bist du?" drang eine Stimme in Rincewinds Bewußtsein vor.
"Dazu wollte ich gerade kommen", murmelte er.
Der Raum gewann zitternde Konturen, als er sich auf den Ellbogen hochstemmte.
"Ich warne dich", fuhr die Stimme fort, die ihren Ursprung hinter einem Tisch hatte. "Ich bin mit vielen mächtigen Amuletten geschützt."
"Wie schön für dich", sagte Rincewind. "Ich wünschte, da wäre auch bei mir der Fall."
[...]Rincewinds Blick wanderte über den Boden, den schon seit einer ganzen Weile kein Besen mehr berührt hatte. Überall lagen Glassplitter und umgekippte Retorten; nur
ein kleiner Bereich bot genug Platz für...
Für einen magischen Kreis.
Rincewind befand sich natürlich im Innern des Kreises.
"Ah", sagte er und spürte dabei, wie sich ein vertrautes und fast willkommenes Gefühl in ihm regte - hilfloses Entsetzen.
"Ich verbiete dir jede Form von Aggressivität, o Dämon aus dem Höllenschlund", proklamierte die Stimme, und Rincewind
begriff, daß sie hinter dem Tisch erklang.
"Meinetwegen, in Ordnung", erwiederte er. "Einverstanden. Äh. Ist es vielleicht möglich, daß hier ein winzig kleiner Irrtum
vorliegt?"
"Hinfort!"
"Oh, gern." Der Zauberer sah sich um. "Wie? Und wohin?"
"Glaub nur nicht, daß du mich mit deiner Lügenzunge ins Verderben locken kannst, o Teufelsbrut", entgegnete der Tisch.
Ich kenne mich mit Dämonen aus. Wenn du nicht allen meinen Befehlen gehorchst, schicke ich dich in die kochende Hölle zurück,
aus der du kommst. Aus der Ihr kommt. Oder kommet."
Eine Gestalt trat vor. Sie war klein, und der größte Teil von ihr verbarg sich unter Talismanen, Amuletten und ähnlichen Gegenständen.
Selbst wenn sie nichts gegen Magie nützten: Sicher gewährten sie Schutz vor durchschnittlich starken Schwerthieben. Die Erscheinung trug
eine Brille und einen Hut mit langen Seitenstücken, wirkte dadurch wie ein kurzsichtiger Spaniel.
"Kochende Hölle?" vergewisserte sich Rincewind.
"Genau. Wo die Schreie der Gequälten und Gefolterten..."
"Schon gut, ich weiß, was du meinst", sagte der Zauberer. "Nun, ich sollte vielleicht darauf hinweisen, daß ich gar kein Dämon bin. Wenn
du mich jetzt bitte gehen ließest..."
"Deine Kleidung täuscht mich keineswegs, Dämon", sagte die Gestalt. In einem normalen Tonfall fügte sie hinzu: "Außerdem:
Dämonen lügen dauernd. Das weiß jeder."
"Tatsächlich
?" Rincewind schöpfte neue Hoffnung. "In dem Fall...Ich bin ein Dämon."
"Na bitte! Du gibst es zu!"
"Ich habe keine Lust, mir diesen Unsinn noch länger anzuhören", schnaufte der Zauberer. "Ich weiß nicht, wer du bist oder was dies alles bedeutet, aber ich werde mir
jetzt einen Drink genehmigen, klar?"
Er wollte den Kreis verlassen - und erstarrte plötzlich, als Runen und andere Symbole magische Energie entluden. Funken tanzten ihm über den Leib.
"Du darfst nicht...Ihr dürft nicht...Ihr dürfet nicht..." Der Dämonenbeschwörer gab auf. "Du kannst erst aus dem Kreis treten,
wenn ich dich freigebe, klar? Ich meine, ich möchte nicht unfreundlich sein. Aber wenn ich erlaube, daß du den Kreis verläßt...Dann bist du imstande,
deine wahre Grestalt anzunehmen, und bestimmt ist sie schauderhaft und gräßlich. Hinfort!" fügte er hinzu, als er den Eindruck gewann,
nicht im richtigen Tonfall zu sprechen.
"Schon gut, schon gut, ich gehorche." Rincewind rieb sich den Ellbogen. "Aber ich bin noch immer kein Dämon."
"Wieso hast du dann auf die Beschwörung reagiert, hm? Bist rein zufällig in den übernatürlichen Dimensionen
unterwegs gewesen, wie?"
"So ungefähr, glaube ich. Die Erinnerungen sind nicht klar."
"Das kannst du deiner Großmutter erzählen." Der Beschwörer lehnte sein Schwert an ein Pult, auf dem ein großes
Buch mit Dutzenden von Lesezeichen lag. Dann hüpfte er kurz. "Es hat geklappt!" jubelte er. "Hehe!" Er faßte sich wieder,
als er Rincewinds verblüfften Blick bemerkte, hüstelte verlegen und trat zum Pult.
"Ich bin wirklich kein...", begann der Zauberer.
"Irgendwo hatte ich eine Liste", sagte die Gestalt." Mal sehen. O ja. Ich befehle dir - Euch, meine ich -,mir drei Wünsche zu erfüllen.
Ja. Ich möchte Herrschaft über die Königreiche der Welt. Ich möchte der schönsten Frauen aller Zeiten begegnen.
Und ich möchte ewig leben." Er bedachte Rincewind mit einem aufmunternden Blick.
"Das ist alles?" fragte der Zauberer.
"Ja."
"Oh, kein Problem", kommentierte Rincewind sarkastisch. "Und den Rest des Tages habe ich frei, oder?"
"Ja. Hinfort!"
Ich weiß, ich weiß. Allerdings..." Er ist verrückt, dachte Rincewind. Aber er hat ein Schwert. Meine einzige Chance besteht darin,
ihn davon zu überzeugen, daß er bei mir an den Falschen geraten ist. "Allerdings...Nun, ich bin kein besonders mächtiger
Dämon und fürchte, daß mich die von dir genannten Aufgaben ein wenig, äh, überfordern. Ich muß schlicht und einfach
passen, weißt du."
Die kleine Gestalt spähte über die Brille.
"Ich verstehe", erwiederte sie unwirsch. "Was wäre nicht zu schwer für dich?"
"Nun, äh..."Rincewind zögerte. "Ich könnte in einen Laden gehen und dir Pfefferminzbonbons besorgen. Oder so."
Stille folgte.
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