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Inhaltsangabe von Schweinsgalopp
Die Assassinengilde erhält den wohl seltsamsten Auftrag seit ihrer Gründung. Für den Mord an dem Schneevater wird
ihnen eine horrende Summe angeboten. Für diesen unkonventionellen Auftrag wird der ebenso unkonventionelle aber sehr tödliche
Assassine "Herr Kaffeetrinken" eingesetzt. Der Schneevater zeichnet sich dadurch aus, daß er durch Kamine klettert und
"Ho,Ho,Ho" ruft...und eben dieser Schneevater ist schon wenig später verschwunden. Zur gleichen Zeit manifestieren sich in der Unsichtbaren
Universität lauter Kreaturen, die es "eigentlich geben müßte", wie zum Beispiel das Sockenmonster, welches immer eine
Socke ißt und die zweite zurückläßt. Die Kreaturen manifestieren sich aufgrund überschüssigen
Glaubens, der durch das Verschwinden des Schneevaters entstanden ist. Während der Tod ein rotes Kostüm, sowie einen falschen
Bart anlegt, um den Schneevater bei den kleinen Kindern im Kaufhaus und zu Hause zu vertreten, sucht seine Enkelin Susanne nach dem
dicken Opa. Dabei reist sie zusammen mit dem Rattentod und dem frisch manifestierten Gott des Katzenjammers, der für andere den
morgendlichen Kater übernimmt und sich somit den lieben langen Tag lang übergeben muß. Schließlich kommt sie
finsteren Mächten auf die Schliche, die einen noch viel finsteren Plan verfolgen, um die Ordung der Scheibenwelt aus den Fugen
zu werfen.
Schweinsgalopp erschien bei Goldmann. 18 DM.
1. Textausschnitt aus Schweinsgalopp
Verkleidet als Schneevater versucht Tod, zusammen mit seinem Diener Albert, den Glauben an den Schneevater wiederzuerwecken, was
ihm nach einer Weile richtigen Spaß zu bereiten scheint. Auf Seite 110 redet er mit dem etwas genervten Albert über seine neue Aufgabe...
Tod warf den Sack auf die Ladefläche des Schlittens und stieg auf.
"Du kommst immer besser damit zurecht, Herr", sagte Albert
DAS KISSEN IST NOCH IMMER UNBEQUEM, erwiderte Tod. ICH BIN NICHT AN EINEN DICKEN BAUCH GEWÖHNT.
"Du brauchst einen Bauch, Herr, und ich habe dafür gesorgt, daß du einen bekommst. Vorher hattest du in dieser
Hinsicht nicht viel vorzuweisen."
Albert schraubte eine Flasche mit kaltem Tee auf. Von dem vielen Sherry hatte er Durst bekommen.
"Ja, du wirst immer besser, Herr", sagte er noch einmal und nahm einen Schluck."Der Ruß im Kamin, die Fußspuren, die
leeren Sherry-Gläser, die Schlittenspuren auf den Dächern...Es müßte eigentlich klappen."
GLAUBST DU?
"Ja."
AUSSERDEM HABE ICH DAFÜR GESORGT, DASS MICH EINIGE KINDER SEHEN KONNTEN, meinte Tod stolz. ICH WUSSTE, DASS SIE SICH VERSTECKTEN
UND AUSSCHAU HIELTEN.
"Gut gemacht, Herr."
JA.
"Aber wenn du mir einen Hinweis gestattest, Herr. `Ho, Ho, Ho´ genügt. Du mußt nicht unbedingt `Duckt euch, ihr Sterblichen´
hinzufügen. Oder willst du vielleicht, daß aus den armen Jungen und Mädchen mal Geldverleiher oder so werden?"
HO. HO. HO.
"Ja, allmählich hast du den Dreh raus." Albert blickte rasch auf sein Notizbuch, um zu vermeiden, daß Tod sein Gesicht sah.
"Kommen wir nun zu einem anderen Punkt, Herr. Ein öffentlicher Auftritt wäre unserer Sache dienlicher als alles andere."
OH. AN ÖFFENTLICHE AUFTRITTE BIN ICH NICHT GEWÖHNT.
"Der Schneevater ist mehr eine Persönlichkeit des öffentlichen Lebens, Herr. Mit einem guten Auftritt in der Öffentlichkeit
erreichen wir mehr als dadurch, daß uns irgendwelche Kinder `durch Zufall´ sehen. Der Effekt auf die guten alten
Glaubensmuskeln ist viel größer."
TATSÄCHLICH? HO. HO. HO.
"Ja, ja, wirklich gut, Herr. Wo war ich stehengeblieben...? Ja. Die Läden sind länger auf als sonst. Und viele Kinder
bekommen dort den Schneevater zu sehen. Natürlich nicht den richtigen, sondern irgendeinen alten Knaben mit ´nem
Kissen unterm Mantel, womit ich dir keineswegs zu nahe treten möchte, Herr."
WIRKLICH NICHT? HO. HO. HO.
"Nein, Herr. Und du brauchst nicht ständig..."
WISSEN DIE KINDER DARÜBER BESCHEID? HO. HO. HO.
Albert kratzte sich an der Nase. "Ich glaube schon, Herr."
DAS IST VERKEHRT. KEIN WUNDER, DAß SICH...DIESE PROBLEME ERGEBEN HABEN. HAT DER GLAUBE AN KRAFT VERLOREN? HO. HO. HO.
"Das ist nicht auszuschließen, Herr. Äh...,das `Ho, ho...´"
WO FINDET DIE TRAVESTIE STATT? HO. HO. HO.
Albert gab auf."Zum Beispiel bei Kaufgut im Schlegel. Die dortige Grotte des Schneevaters ist äußerst beliebt. Dort soll
es immer einen guten Schneevater geben."
WIR BESUCHEN DEN LADEN UND FAHREN MIT DEN LEUTEN DORT ORDENTLICH SCHLITTEN:
"Wie du meinst, Herr."
ICH HABE MIR GERADE EIN HUMORVOLLES WORTSPIEL ERLAUBT, IN DEM DAS WORT `SCHLITTEN´ EINE ZENTRALE ROLLE SPIELT. DAS SAGE ICH NUR FÜR DEN
FALL, DASS DIR NICHTS AUFGEFALLEN IST.
"Innerlich schüttel ich mich vor Lachen, Herr."
HO. HO. HO.
2. Textausschnitt aus Schweinsgalopp
Etwas später sitzt Tod bei Kaufgut im Schlegel in der Grotte des Schneevaters und nimmt kleine Kinder auf seine Knie. Angereist
ist er mit seinen echten riesigen Schweinen...wobei eins davon bereits dem Drang der Natur gefolgt ist. Normalerweise kann Tod
die Kinder beeindrucken, indem er ihnen schenkt, was sie wollen, sei`s auch ein Pony ins Schlafzimmer...
aber der Junge auf Seite 128 scheint ein nicht zu knackender Fall zu sein...
Der Junge bedachte den Schneevater mit einem prüfenden Blick, als er auf dem offiziellen Knie Platz nahm.
"Eins möchte ich klarstellen", sagte er. "Ich weiß, daß du dich verkleidet hast. Der Schneevater ist eine biologische
und temporale Unmöglichkeit. Ich hoffe, wir verstehen uns."
AHA. ICH EXISTIERE ALSO NICHT.
"Genau. Du bist nur traditioneller Unfug, der inzwischen rein kommerziellen Zwecken dient. Meine Mutter hat bereits alle Geschenke
gekauft. Natürlich habe ich ihr gesagt, welches die richtigen sind. Sie bringt die Dinge oft durcheinander."
Der Schneevater sah kurz zu dem in der Nähe wartenden und unbesorgt lächelnden Abbild mütterlicher Untauglichkeit.
WIE ALT BIST DU, JUNGE?
Das Kind rollte mit den Augen. "Solche Fragen solltest du eigentlich nicht stellen", sagte er. "Ich mache dies nicht zum erstenmal,
weißt du. Zuerst erkundigst du dich nach meinem Namen."
AARON ZAPPEL, VON MANCHEN LEUTEN NERVENSÄGE GENANNT, WOHNHAFT IN DER HOCHKANTSTRASSE, ANKH-MORPORK.
"Vermutlich hat dich jemand informiert", sagte Aaron. "Ich schätze, die als Kobolde verkleideten Leute fragen die Mütter
nach solchen Dingen."
DU BIST ACHT UND GEHST AUF...AUF DIE FÜNFUNDVIERZIG ZU, sagte der Schneevater.
"Wahrscheinlich muß man beim Bezahlen Formulare ausfüllen, oder so", meinte Aaron.
DU MÖCHTEST WALNUSS´ `HARMLOSE REPTILIEN DER STO-EBENE´, EINEN SCHAUKASTEN, EIN SAMMELALBUM, EIN KONSERVIERUNGSGLAS
UND EINE EIDECHSENPRESSE. WAS IST EINE EIDECHSENPRESSE?
"Man kann die Biester nicht ins Album kleben, solange sie noch dick sind. Davon hattest du keine Ahnung, was? Nun ich schätze,
man hat dir alles erzählt, als ich mich für einige Sekunden von den ausgestellten Stiften ablenken ließ. Was
hältst du davon, wenn wir diesen Unsinn jetzt beenden? Gib mir einfach eine Orange."
ICH KANN DIR VIEL MEHR GEBEN ALS NUR ORANGEN.
"Ja, ja, das habe ich gesehen. Wahrscheinlich hast du mit irgendwelchen Helfern zusammengearbeitet, um ein leichtgläubiges
Publikum zu beeindrucken. Meine Güte, du trägst sogar einen falschen Bart. Übrigens, alter Knabe: Wußtest du,
daß dein Schwein..."
JA.
"Bestimmt hast du das mit Spiegeln, Schnüren und Rohrleitungen bewerkstelligt. Für mich sah das alles sehr künstlich aus."
Der Schneevater schnippte mit den Fingern.
"Das ist sicher ein Zeichen", sagte der Junge und rutschte von dem Knie herunter. "Herzlichen Dank."
FRÖHLICHES SILVESTERFEST, sagte der Schneevater, als das Kind fortging.
Onkel Schwer klopfte ihm auf die Schulter.
"Gut gemacht, Herr", sagte er. "Du hast viel Geduld gezeigt. Ich hätte dem Burschen einen Satz heiße Ohren verpaßt."
OH, ICH GLAUBE, ER WIRD BALD BEGREIFEN, WIE SEHR ER SICH GEIRRT HAT. Die rote Kapuze neigte sich ein wenig zur Seite und gab Albert
die Möglichkeit, in ihre Tiefen zu blicken. WENN ER DIE PAKETE ÖFFNET, DIE SEINE MUTTER TRÄGT...
HO. HO. HO.
Die Wahrheit über den Weihnachtsmann
Gibt es den Weihnachtsmann? Denken wir einmal darüber nach...
Keine bekannte Spezies der Gattung Rentier kann fliegen. ABER es gibt
300.000 Spezies von lebenden Organismen, die noch klassifiziert werden
müssen, und obwohl es sich dabei hauptsächlich um Insekten und Bakterien
handelt, schließt dies nicht mit letzter Sicherheit fliegende Rentiere aus,
die nur der Weihnachtsmann bisher gesehen hat.
Es gibt 2 Milliarden Kinder (Menschen unter 18) auf der Welt. ABER da der
Weihnachtsmann (scheinbar) keine Moslems, Hindu, Juden und Buddhisten
beliefert, reduziert sich seine Arbeit auf etwa 15 % der Gesamtzahl - 378
Millionen Kinder (laut Volkszählungsbüro). Bei einer durchschnittlichen
Kinderzahl von 3,5 pro Haushalt ergibt das 91,8 Millionen Häuser. Wir nehmen
an, daß in jedem Haus mindestens ein braves Kind lebt.
Der Weihnachtsmann hat einen 31-Stunden-Weihnachtstag, bedingt durch die
verschiedenen Zeitzonen, wenn er von Osten nach Westen reist (was logisch
erscheint). Damit ergeben sich 822,6 Besuche pro Sekunde. Somit hat der
Weihnachtsmann für jeden christlichen Haushalt mit braven Kindern 1/1000
Sekunde Zeit für seine Arbeit: Parken, aus dem Schlitten springen, den
Schornstein runterklettern, die Socken füllen, die übrigen Geschenke unter
dem Weihnachtsbaum verteilen, alle übriggebliebenen Reste des
Weihnachtsessens vertilgen, den Schornstein wieder raufklettern und zum
nächsten Haus fliegen. Angenommen, daß jeder dieser 91,8 Millionen Stops
gleichmäßig auf die ganze Erde verteilt sind (was natürlich, wie wir
wissen, nicht stimmt, aber als Berechnungsgrundlage akzeptieren wir dies),
erhalten wir nunmehr 1,3 km Entfernung von Haushalt zu Haushalt, eine
Gesamtentfernung von 120,8 Millionen km, nicht mitgerechnet die
Unterbrechungen für das, was jeder von uns mindestens einmal in 31 Stunden
tun muß, plus Essen usw. Das bedeutet, daß der Schlitten des
Weihnachtsmannes mit 1040 km pro Sekunde fliegt, also der 3.000-fachen
Schallgeschwindigkeit. Zum Vergleich: das schnellste von Menschen gebaute
Fahrzeug auf der Erde, der Ulysses Space Probe, fährt mit lächerlichen 43,8
km pro Sekunde. Ein gewöhnliches Rentier schafft höchstens 24 km pro STUNDE.
Die Ladung des Schlittens führt zu einem weiteren interessanten Effekt.
Angenommen, jedes Kind bekommt nicht mehr als ein mittelgroßes Lego-Set (etwa
1 kg), dann hat der Schlitten ein Gewicht von 378.000 Tonnen geladen, nicht
gerechnet den Weihnachtsmann, der übereinstimmend als übergewichtig
beschrieben wird.
Ein gewöhnliches Rentier kann nicht mehr als 175 kg ziehen. Selbst bei
der Annahme, daß ein "fliegendes Rentier" (siehe Punkt 1) das ZEHNFACHE
normale Gewicht ziehen kann, braucht man für den Schlitten nicht acht oder
vielleicht neun Rentiere. Man braucht 216.000 Rentiere. Das erhöht das
Gewicht - den Schlitten selbst noch nicht einmal eingerechnet - auf 410.400
Tonnen. Nochmals zum Vergleich: das ist mehr als das vierfache Gewicht der
Queen Elizabeth.
410.400 Tonnen bei einer Geschwindigkeit von 1040 km/s erzeugt einen
ungeheuren Luftwiderstand - dadurch werden die Rentiere aufgeheizt, genauso
wie ein Raumschiff, das wieder in die Erdatmosphäre eintritt. Das vorderste
Paar Rentiere muß dadurch 16,6 TRILLIONEN Joule Energie absorbieren. Pro
Sekunde. Jedes. Anders ausgedrückt: sie werden praktisch augenblicklich in
Flammen aufgehen, das nächste Paar Rentiere wird dem Luftwiderstand
preisgegeben, und es wird ein ohrenbetäubender Knall erzeugt.
Das gesamte Team von Rentieren wird innerhalb von 5 Tausendstel Sekunden
vaporisiert. Der Weihnachtsmann wird währenddessen einer Beschleunigung von
der Größe der 17.500-fachen Erdbeschleunigung ausgesetzt. Ein 120 kg
schwerer Weihnachtsmann (was der Beschreibung nach lächerlich wenig sein
muß) würde an das Ende seines Schlittens genagelt - mit einer Kraft von 20,6
Millionen Newton.
Damit kommen wir zu dem Schluß: WENN der Weihnachtsmann irgendwann einmal
die Geschenke gebracht hat, ist er heute tot.
[Anmerkung von Rince: Der Schneevater der Scheibenwelt hält einfach die Zeit an...wie wär`s damit?]
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