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Inhaltsangabe zu Einfach göttlich
Mit den Göttern ist es auf der Scheibenwelt so, wie es eigentlich nur
logisch wäre: Je mehr Menschen an einen Gott glauben, um so größer und
mächtiger wird dieser Gott. Und das mit der Größe ist nicht nur im
übertragenen Sinne so gemeint. Dem Gott Om sind im Königreich Omnien große
Tempel geweiht, eine ganze Heerschar von Priestern steht in seinen
Diensten und verehrt wird er als riesige goldene Gestalt, die Blitze
schleudert auf all diejenigen, die Unrecht getan haben. Nur: es glaubt
niemand mehr wirklich an ihn. Bis auf den jungen Novizen Brutha, der als
Gärtner im Tempel des Om arbeitet, zwar nicht besonders helle ist, aber
dafür stark im Glauben. Allerdings ist Brutha eben nur ein einzelner und
daher erscheint ihm Gott Om in Gestalt einer kleinen, einäugigen
Schildkröte, die das Maß ihrer Ansprüche auf Salatblätter und die eine
oder andre Weintraube herunterschrauben mußte. Brutha ist nun erwählt, dem
Gott wieder zu seiner einstigen Stärke zu verhelfen, und das ist nicht so
einfach, denn es weiß doch jeder, das Om alles andere, aber auf keinen
Fall eine winzige Schildkröte ist. Dem guten Brutha drohen also die
Folterkeller der Quisition.
Dieser Roman ist meiner Meinung nach das beste Beispiel, daß Scheibenwelt-Bücher
nicht immer Serien sein müssen. Dank der niedlichen Schildkröte, die ganz und gar
nicht so niedliche Beleidigungen von sich gibt, wird das Buch zu dem was sein Titel verspricht.
Einfach göttlich erschien bei Goldmann. 15 DM.
Textausschnitt aus Einfach göttlich
Der Gott Om hat nur noch einen Gläubigen! Da ist es verständlich, daß er diesen aufsucht...zu dumm nur, daß
Götter in Form einer Schildkröte leicht zu Übersehen sind...
Und es begab
sich aber, daß zu jener Zeit der große Gott Om zum auserwählten Brutha
sprach: "Psst!" Brutha erstarrte mit der Hacke in beiden Händen und
sah sich im Tempelgarten um. "Wie bitte?" fragte er. Es war ein klarer,
heiterer Frühlingstag. Die Gebetsmühlen drehten sich fröhlich im leichten Wind,
der von den Bergen her wehte. Bienen faulenzten zwischen den Bohnenblühten und
trachteten mit lautem Summen danach den Eindruck von Fleiß zu erwecken. Weit
oben kreiste ein Adler. Brutha zuckte mit den Schultern und wandte sich
wieder den Melonen zu. Und siehe, der Grosse Gott Om sprach noch einmal
zu dem auserwaehlten Brutha: "Psst!" Brutha zögerte. Er hatte
deutlich eine Stimme gehört, aus dem Nichts. Vielleicht die eines Dämons.
Novizenmeister Bruder Nhumrod wußte viel von Dämonen zu berichten. Von unreinen
Gedanken und Dämonen. Das eine führte zum anderen. In seinem Fall müsse das
Erscheinen eines Dämons überfällig sein, zu dieser Erkenntnis rang sich Brutha
voller Unbehagen durch. Es kam darauf an, Standhaftigkeit zu zeigen und die
Neun Fundamentalen Aphorismen zu zitieren. Und noch einmal sprach der
große Gott Om zum auserwählten Brutha: "He, bist du taub, Junge
?" Die Spitze der Hacke bohrte sich in den trockenen, heißen Boden. Brutha
schoss herum. Er sah die Bienen, den Adler und am Ende des Gartens den alten
Bruder Lu-Tze, der den Misthaufen wendete. An den Mauern boten die surrenden
Gebetsmühlen einen beruhigend vertrauten Anblick. Brutha vollführte jene Geste,
mit der Prophet Ischkiebel böse Geister vertrieben hatte. "Ich verbann dich
hinter meinen Ruecken, Dämon", zischte er. "Ich bin bereits hinter
dir." Brutha drehte sich langsam um. Und sah niemanden. Er floh. (...)
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