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Inhaltsangabe von Lords und Ladies

Wieder einmal sind Gytha Ogg, Granny Wetterwachs und Magrat Knoblauch gefordert. Es gibt jedoch einen entscheidenden Unterschied zu den anderen »Hexenbüchern« Pratchetts. Die gute Magrat überlegt ernsthaft, ob sie nicht ihre Hexenkarriere aufgeben und Königin werden solle. Ernsthafte Avancen des amtierenden Königs Verence liegen ihr vor. Auch Gytha Ogg hat auf ihre alten Tage noch mal einen glühenden Verehrer. Allerdings kann eine Hexe nun mal nicht aus ihrer Haut, und verheiratete Hexen sind selbst auf der Scheibenwelt äußerst selten. Als plötzlich echte Elfen das Königreich Lancre heimsuchen, müssen sie sich entscheiden: Ehering oder Hexenbesen? Keine Frage, und so ist das Trio infernal mit aller Hexenschläue und diversen unorthodoxen Methoden dabei, die gar nicht gütigen Elfen in die ihnen angestammte Welt zu verbannen.

Im Gegensatz zu den Vorgängern fällt diese Buch etwas ab. Zum einen ist der Inhalt kaum mehr philosophisch sondern reine Unterhaltung, zum anderen sind auch die wirklich lustigen Stellen eher dünn gesät. Aber man kann ja nicht immer Kaviar essen...

Lords und Ladies erschien bei Goldmann. 18 DM.

Textausschnitt zu Lords und Ladies

Magrat steht kurz vor ihrer Hochzeit mit König Verence, dem ehemaligen Narren. Sie lebt bereits im Schloß und muß auf Seite 54 feststellen, daß sie schon wie eine Königin behandelt wird...

Magrat erwachte.
Und wußte, daß sie keine Hexe mehr war. Das Gefühl war einfach da, gehörte zur normalen Bestandsaufnahme, mit der sich jeder Körper in den ersten Sekunden nach dem Ende des Schlafs befaßt: Arme -2, Beine -2, Existenzangst -58%, vage Schuld -94%, Hexenpotential -0,0.
Eins der Probleme bestand darin, daß sie sich gar nicht erinnern konnte, jemals etwas anderes als eine Hexe gewesen zu sein. Magrat Knoblauch, dritte Hexe - die sanfte und sentimentale. das war ihre Identität gewesen. Sie wußte natürlich, daß sie es in dieser Hinsicht nie sehr weit bringen konnte. Mit gewissen einfachen Zauberformeln kam sie einigermaßen gut zurecht, und sie kannte sich mit Kräutern aus, aber sie hatte die Hexerei nicht im Blut wie Oma oder Nanny. Die Alten versäumten nie, ihr das immer wieder unter die Nase zu reiben.
Nun, jetzt mußte sie lernen, als Königin zurechtzukommen. Sie brauchte also nicht zu befürchten, daß ihr dauernd jemand über die Schulter sah und Dinge sagte wie: "Du hältst das Zepter nicht richtig!" Ja, genau... Jemand hatte ihr während der Nacht die Kleidung gestohlen.
Magrat stand auf und hüpfte im Nachthemd über die kalten Fliesen. Als sie die Tür fast erreicht hatte, schwang sie wie von ganz allein auf. Eine dunkelhaarige junge Frau kam herein, halb verborgen hinter einem Stapel Wäsche. Nun, in Lancre kannte man sich...
"Millie Chillum?"
Der Wäschestapel wackelte, als die Zofe dahinter einen Knicks machte.
"Jagnäfrau?"
Magrat hob einen Teil des Stapels.
"Ich bin´s, Magrat", sagte sie. "Hallo."
"Jagnäfrau." Knicks, Knicks.
"Ich bin´s. Du brauchst mich nicht auf diese Weise anzusehen."
"Jagnäfrau."
Das nervöse Knicksen dauerte an. Magrat spürte, wie ihre Knie aus reiner Solidarität zuckten. Allerdings mangelte es ihnen an Synchronisation. Magrats Knie beugten sich ausgerechnet dann, wenn Millie ihre zierliche Gestallt nach einer weiteren hastigen Verbeugung straffte.
"Wenn du noch einmal `Jagnäfrau´sagst, bin ich sehr streng mit dir", drohte die Ex-Hexe und schob sich an der Zofe vorbei.
"Jagn... ja, Euer Majestät, Gnäfrau."

 
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