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Inhaltsangabe von Mummenschanz

Es gibt nur noch zwei Lancre-Hexen...da ein guter Hexenzirkel jedoch aus drei Hexen bestehen sollte, sind Nanny Ogg und Oma Wetterwachs auf der Suche nach geeigneten Kandidaten für die "freie Stelle". Da fällt ihnen nur die stark übergewichtige Agnes Nitt ein, welche sich jedoch gerade auf nach Ankh-Morpork gemacht hat, um bei der Oper Karriere zu machen. Da trifft es sich gut, daß die beiden Hexen sowieso in die Metropole wollen, um bei Nanny`s Verleger Geld für ihr Kochbuch, bei dem es nicht nur um kulinarische Vergnügen geht, einzukassieren. In der Oper jedoch geht ein Geist um und bereits zwei Personen mußten ihr Leben bei einem Anschlag lassen. Durch den neu gewonnenen Reichtum ist es "Lady Esmeralda Wetterwachs" möglich, als piekfeine Dame getarnt, im Opernhaus Nachforschungen anzustellen. Bald enttarnt sie den Geist, und es stellt sich heraus, daß dieser niemanden getötet haben kann. Doch wer ist dann der Mörder und verfolgt weiterhin seine finsteren Pläne?...

Dies ist ein ziemlich ungewöhnlicher Pratchett, da diesmal zu der gewohnten Unterhaltung eine ungeahnte Spannung kommt, die es einem wirklich schwer macht, das Buch aus der Hand zu legen. Und bis zum Ende des Buches, fast buchstäblich bis zur letzte Seite, gelingt es Pratchett, die wahre Identität des Phantoms vor dem Leser geheim zu halten und einige falsche Spuren zu legen. Granny Wetterwachs bewegt sich in all dem wie eine Mischung aus Miß Marple und Angela Landsbury und ich muß sagen, die Kriminalistin steht ihr wirklich gut. Gewürzt ist das alles mit einer ganzen Menge Showbusineß und mehreren Opern- und Musical-Titeln.

Mummenschanz erschien bei Goldmann. 18 DM.

Textausschnitte aus Mummenschanz

Agnes Nitt ist frisch in Ankh-Morpork angekommen und bekommt auch gleich eine Stelle im Chor der Oper. Als sie ein Formular ausfüllen muß, kommt sie schon bei der Frage nach dem Namen ins Stocken...

Die wichtigste Frage lautete: Wie sollte sie sich nennen? Ihr Name hatte natürlich viele hervorragende Aspekte, aber er ging einem nicht unbedingt glatt über die Zunge. Um genaus zu sein, prallte er vom Gaumen ab und klackte zwischen den Zähnen.
Das Problem war, daß ihr einfach kein glatter Name einfiel.
Catherine?
Oder...Perdita? Sollte sie es noch einmal mit Perdita versuchen? In Lancre war Agnes von diesem Namen so sehr in Verlegenheit gebracht worden, daß sie ihn schließlich nicht mehr benutzte. Er klang geheimnisvoll, symbolisierte Dunkelheit und Faszination - und ließ jemanden vermuten, der ziemlich dünn war. Sie hatte auch die Initiale eines zweiten Vornamen gegeben: X. Das stand für "jemanden, der einen coolen und aufregenden zweiten Vornamen hat".
Doch die erhoffte Wirkung blieb aus. Unglücklicherweise erfreuten sich die Bewohner von Lancre einer natürlichen Immunität gegen coole zweite Vornamen. Sie wurde nur bekannt als "Agnes, die sich Perditax nennt".
Sie hatte nie gewagt, jemandem zu erzählen, wie ihr voller Wunschname lautete: Prdita X. Traum. Niemand hätte es verstanden. Sie befürchtete verbale Reaktionen wie: "Wenn du das für einen geeigneten Namen hältst - wieso hast du dann noch immer zwei Regale voller Plüschtiere?"

Nach dem zweiten Mord hielt es der Leiter der Oper für angebracht, die Wache mit ins Spiel zu bringen. Ihm wurde versichert, daß die Beamten inkognito ermitteln würden. Das Ergebnis war der kleine Korporal Nobby Nobbs, das einzige Wesen, das ein Zertifikat mit sich herumträgt, das beweist, daß er zur Spezies Mensch gehört und nicht etwa ein Zwerg oder Affe ist. Und dann war da noch Feldwebel Detritus, der riesige Troll mit einem überraschend gut sitzenden Anzug, der jedoch eine Kleinigkeit vergessen hatte...

"Bitte einen Drink, Gnädigste."
Nanny sah nach unten."Na so was!" platze es aus ihr heraus. "Was bist du denn?"
Die Erscheinung mit dem verbeulten Pelzhut zwinkerte. "Ich bin der Graf de Nobbs", sagte sie und deutete auf eine mobile Wand. "Das hier ist der Graf de Tritus."
Nanny blickte zu dem Troll. "Noch ein Graf? Meine Güte, hier gibt´s mehr Grafen als Bäume im Wald von Lancre. Nun, was darf´s sein, Wächter?"
"Wächter? Wir?" erwiderte Graf de Nobbs. "Wie kommst du darauf, daß wir zur Wache gehören?"
"Er trägt einen Helm." Nanny deutete auf den Troll. "Außerdem hat er seine Dienstmarke an die Jacke gesteckt."
"Ich habe dir doch gesagt, daß du sie im Wachhaus lassen sollst!" zischte Nobby seinem Kollegen zu. Er wandte sich Wieder an Nanny und lächelte voller Unbehagen. "Militärischer Schnickschnack", behauptete er. "Ein modisches Assässoa. Wir sind vornehme Herren und haben überhaupt nichts mit der Stadtwache zu tun."
"Nun, möchten die vornehmen Herren etwas Wein?"
"Wie keinen Alkohol trinken dürfen, solange wir sind im Dienst", sagte der Troll.
"Oh, ja, herzlichen Dank", erwiderte Nobby bitter. "Das ist wirklich sehr inkognito! Warum holst du nicht den Schlagstock hervor, damit ihn jeder sehen kann?"
"Wenn du das hältst für richtig..."
"Weg mit dem Ding!"
Die Augenbrauen des Grafen de Tritus neigten sich einander entgegen, als er nachzudenken versuchte. "Das Ironie gewesen ist, nicht wahr? Einem Vorgesetzten gegenüber?"
"Du kannst gar nicht mein Vorgesetzter sein, weil wir überhaupt keine Wächter sind. Hör mal, Kommandeur Mumm hat es dreimal erklärt..."
Nanny Ogg ging taktvoll fort. Es war schon schlimm genug zu sehen, wie aus den beiden Grafen Wächter wurden; sie wollte nicht dabei zusehen, wie sie sich selbst zum Narren machten."

 
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