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Inhaltsangabe von Rollende Steine
Wie Pratchett selbst schreibt, geht es in dieser Geschichte um »Sex,
Drogen und Musik mit Steinen drin«. Nun, zumindest um 33,3% davon. Und so
ist die Namensgleichheit des deutschen Titels mit einem englischsprachigen
Musikmagazin nicht von ungefähr. Hauptpersonen dieses Buches sind
eigentlich zwei Personen. Da ist zum einen TODs Enkelin Susanne, ein recht
seltsam veranlagtes Mädchen, das am liebsten mit schwarzen Stiften malt
und es schafft, sich im Unterricht so unauffällig zu verhalten, das sie
praktisch unsichtbar wird. Und da ist Imp y Celyn, ein junger Barde aus
Llamedos mit eindeutig elfischen Zügen, der nach Ankh Morpork kommt, um
sein Glück zu versuchen. Wie bereits beschrieben, gibt es in dieser Stadt
für alles eine Gilde, also auch für Musiker. Ohne Gildenzugehörigkeit als
Musiker tätig zu sein, resultiert sowohl in Gefängnis als auch in Prügeln
der Gilde, aber der Eintrittsbeitrag ist hoch. In seiner Not schließt sich
Imp mit einem Troll und einem Zwerg zusammen und gründet eine Band.
Zunächst finden die drei nicht gerade viele Fans, aber als Imp in einem
recht geheimnisvollen Laden Ersatz für seine zerbrochene Harfe sucht,
fällt ihm eine Gitarre in die Hand, die es in sich zu haben scheint. Die
Töne kommen fast selbst aus ihr heraus, und was für Töne! Über Nacht wird
aus unserem Looser ein Star, aber Erfolg hat seinen Preis, und in diesem
Fall sollte das eigentlich Imps Leben sein. Und hier kommt Susanne ins
Spiel. Großvater TOD macht mal wieder Ferien, und so muß eine Vertretung
für ihn gesucht werden. Diesmal ist Susanne dran, der noch gar nicht so
richtig bewußt ist, was ihr Großvater eigentlich beruflich macht. Aber
schließlich ist es Susanne, die Imp rettet und der Geschichte zu einem
Happy End verhilft.
Wie auch schon in Voll im Bilde widmet sich Pratchett wieder einem Zweig der
Unterhaltungsindustrie, nämlich der Musikindustrie mit all ihren
Begleiterscheinungen wie geldgierigen Managern, gnadenlosen
Fesselverträgen für junge Musiker, schnellem Erfolg und ebenso schnellem
Absturz. Einige nette Wortspiele gehen in der Übersetzung leider verloren.
So bedeutet der Name Imp y Celyn in seiner Heimatsprache »Knospe der
Stechpalme«. Ins Englische übertragen würde das »Bud of the Holly« heißen
und ein amerikanische Rock´n Roll-Musiker ähnlichen Namens ist ja
bekanntlich auch nicht sehr alt geworden...
Rollende Steine erschien bei Goldmann. 18 DM.
1.Textausschnitt zu Rollende Steine
Nachdem sich die "Band mit Steinen drin" geformt hat, muß sie sich natürlich nach Möglichkeiten für Auftritte
umsehen. Erste Erfolge zeigen sich auf Seite 61...
"Ich habe ein Lokal gefunden, in dem wir spielen können!" verkündete Glod.
"Wo?" fragte Lias.
Glod antwortete.
"Die Geflickte Trommel?" wiederholte Lias. "Dort man mit Äxten wirft!"
"Uns droht keine Gefahr", sagte Glod. "Gildenmitglieder wagen es nicht, in der Trommel aufzutreten."
"Kein Wunder", grollte der Troll. "Dort die Mitglieder riskieren zu verlieren Glieder."
"Wir bekommen fünf Dollar", sagte Glod.
Lias zögerte.
"Ich fünf Dollar könnte gut gebrauchen", räumte er ein.
"Du meinst ein Drittel davon."
Auf der Stirn des Trolls bildeten sich tiefe Falten.
"Ist das mehr oder weniger als fünf Dollar?" fragte er schließlich.
"Endlich bekommen wir Gelegenheit, uns den Leuten zu zeigen", sagte Glod.
"In der Trommel ich nicht möchte zeigen mich den Leuten", entgegnete Lias. "In der Trommel das nicht ist gesund. In der
Trommel es viel besser sein, irgendwo in Deckung zu gehen."
"Wir brauchen nur was zu spielen", meinte Glod. "Irgendwas. Der neue Wirt legt großen Wert auf Unterhaltung seiner Gäste."
"Ich dachte, es dort gibt einen einarmigen Banditen."
"Ja, aber er wurde verhaftet."
2.Textausschnitt zu Rollende Steine
Nachdem Tod spurlos verschwunden ist, muß seine Pflicht trotzdem erledigt werden. Auf Seite 95 haben zwei Wächter eine
seltsame Begegnung...
Drei Uhr nachts. Feldwebel Colon und Korporal Nobbs kamen zu dem Schluß, daß um diese Zeit vermutlich niemand mehr versuchen
würde, Ankh-Morpork zu erobern. Außerdem brannte im Wachhaus ein angenehmes Feuer im Kamin.
"Wir könnten eine Nachricht hinterlassen", schlug Nobby vor und behauchte sich die Finger. "Du weißt schon. »Wir sind morgen wieder
da« oder so."
Er sah auf. Ein einzelnes Pferd schritt durchs Tor. Ein weißes Roß mit einem ganz in Schwarz gekleideten Reiter.
Die Wächter dachten nicht daran, "Halt, wer da?" zu rufen. Sie waren zu den unmöglichsten Zeiten in den Straßen unterwegs und
sahen dabei Dinge, die normalen Sterblichen verborgen blieben.
Feldwebel Colon hob respektvoll die Hand zum Helm.
"´n´Abend, Euer Lordschaft", sagte er.
"Äh...GUTEN ABEND."
Die Wächter sahen dem Pferd nach, bis es außer Sicht geriet.
"Irgend jemand muß gleich dran glauben", sagte Feldwebel Colon.
"Er ist sehr pflichtbewußt, das muß man ihm lassen", erwiderte Nobby. "Ständig unterwegs. Hat immer Zeit für die Leute."
"Ja."
Die beiden Wächter starrten in die samtene Dunkelheit. Da stimmt was nicht, dachte Feldwebel Colon.
"Wie lautet sein Vorname?" fragte Nobby.
Sie starrten weiter in die Finsternis. Schließlich erwachte Feldwebel Colon aus seinen Grübeleien und fragte: "Sein Vorname?
Wie meinst du das?"
"Ich meine seinen Vornamen."
"Er ist der Tod", sagte Colon. "Tod. So heißt er. So lautet sein Name. Dachtest du an so was wie... Heinrich Tod?"
"Warum nicht?"
"Aber er ist doch der Tod."
"Der Name bezieht sich auf seine Arbeit. Wie nennen ihn seine Freunde?"
"Seine Freunde?"
"Schon gut."
"Wie wär´s, wenn wir uns im Wachhaus einen heißen Rum genehmigen?"
"Ich glaube, er sieht wie ein Leonard aus."
Feldwebel Colon erinnerte sich an die Stimme. Eigenartig. Fast hatte er den Eindruck gewonnen...
"Offenbar werde ich langsam alt", sagte er. "Für mich klang er fast wie eine Susanne."
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