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Inhaltsangabe von Wachen!Wachen!

Laut Pratchett ist Wachen! Wachen! eine Homage an all die Statisten, Stadt-, Palast- und sonstigen Wachen, die sich sonst zwar abschlachten lassen dürfen, aber immer im Hintergrund bleiben müssen.

Wir sind wieder in Ankh-Morpork, das nicht von einem monarchistischen König, sondern von einem eher bürgerlichen Patrizier regiert wird, was einigen braven Bürgern zu langweilig wird, und so beschließt der "Geheimbund der Aufgeklärten Brüder der völlig Schwarzen Nacht", daß ein König her muß. Könige kommen bekanntlich immer aus dem Nichts, wenn eine Jungfrau oder eine Stadt von einem Drachen bedroht wird. Da es in Ankh-Morpork allerdings an Jungfrauen mangelt, wird der Drache etwas größer und läßt hier und da ein paar Häuschen abfackeln. Natürlich steckt besagter Geheimbund dahinter, der aus der Bibliothek der Unsichtbaren Uni das Buch »Die Beschwörung von Drachen« mitgehen ließ. Wie immer kommt genau zur richtigen Zeit ein junger strahlender Held, der rein zufällig ein Neffe des Obersten Größten Meisters unseres Geheimbundes ist, und »besiegt« den Drachen, der urplötzlich wieder hinweggezaubert wird. So etwas läßt sich ein anständiger Drache jedoch nicht bieten und taucht plötzlich wieder auf. Und hier tritt die Nachtwache der Stadt auf den Plan, verstärkt durch den Hinterwäldler Karotte, der sich etwas zu genau an die Gesetze hält und dadurch einiges durcheinander bringt. Da dieses Buch zum Ende etwas chaotisch wird, sei nur soviel gesagt: Es stellt sich heraus, daß der Drache eine Drachin ist, und der kleine Sumpfdrache Errol, der von der Stadtwache als Maskottchen gehalten wird, ein Verhältnis mit ihr anfangt und beide auf nimmer Wiedersehen verschwinden.

Am Ende überstürzen sich die Ereignisse etwas, Fragen bleiben unbeantwortet, angefangene Handlungsstränge werden nicht weitergeführt. Mich hat das aber nicht so sehr gestört, da es mir ein Gefühl vermittelte, daß "etwas los ist". Aber trotz allem ist auch dieses Buch wieder ein Lesespaß mit einigen ganz besonderen Bonbons.

Wachen! Wachen!
Erschienen bei Heyne
14,90 DM

1.Textausschnitt zu Wachen!Wachen!

Jeden Tag schreibt Karotte, das neue Mitglied der Wache, einen Brief nach Hause an seine Zwergeneltern, wie zum Beispiel auf Seite 52.

Lieber Vater (schrieb Karotte), jetzt bin ich in Ankh-Morpork. Hier ist es nicht so wie daheim. Ich glaube, die Stadt hat sich verändert, seit Herr Varneschis Urgroßvater hier war. Allem Anschein nach können die hiesigen Leute nicht zwischen Recht und Unrecht unterscheiden.
Ich habe Hauptmann Mumm in einer gewöhnlichen Bierstube gefunden. Du hast mir einmal gesagt, daß sich ein guter Zwerg von solchen Orten fernhält, aber da er nicht herauskam, mußte ich hineingehen. Er lag mit dem Kopf auf dem Tisch. Als ich ihm alles erklärte, meinte er: Das kannst du deiner Großmutter erzählen. Ich glaube er war sehr betrunken. Er meinte: Such dir eine Bleibe und melde dich heute abend bei Feldwebel Colon im Wachhaus. Außerdem meinte er: Wer sich freiwillig der Wache anschließt, sollte seinen Kopf untersuchen lassen.
Davon hat mir Herr Varneschi nichts gesagt. Vielleicht hat es etwas mit Hygiene zu tun.
Ich ging spazieren. Hier in der Stadt gibt es viele Stadtbewohner. Schließlich erreichte ich ein Viertel, das man `Schatten´ nennt. Dort sah ich mehrere Räuber, die eine junge Dame überfielen. Natürlich eilte ich ihr zu Hilfe. Die Angreifer wußten nicht, wie man richtig kämpft, und einer von ihnen versuchte mir in die edlen Teile zu treten, aber ich trug den Schützer, und er verletzte sich selbst. Dann kam die Frau zu mir und fragte, ob ich an einem Bett interessiert sei. Ich antwortete: Ja, welch ein Zufall, das bin ich wirklich. Sie führte mich dorthin, wo sie wohnt, ich glaube, ein solches Haus nennt man Pension. Es wird von einer gewissen Frau Palm geleitet. Die überfallene Dame, sie heißt Reet, sagte zu ihr: Du hättest ihn sehen sollen, es waren insgesamt drei, und er wurde spielend mit ihnen fertig. Woraufhin Frau Palm antwortete: Es geht auf die Rechnung des Hauses. Und sie meinte: Was für ein großer Schützer. Ich ging nach oben und schlief ein, obwohl es in dem Haus ziemlich laut ist. Reet weckte mich ein- oder zweimal, um sich nach meinen Wünschen zu erkundigen, aber sie hatte keine Äpfel. Ich bin auf die Füße gefallen, wie es hier heißt, obwohl ich noch immer nicht ganz verstehe, wie so etwas möglich sein soll, man fällt nicht auf die Füße, sondern auf den Boden, das weiß doch jeder...

Drache
 
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