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Das kleine Lenkdrachen- Einmaleins

Vorbereitung:

Nachdem man seinen Drachen vorschriftsmäßig zusammengebaut, und alle Steckverbindungen auf ihren sicheren Sitz überprüft hat, befestigt man zunächst die Lenkschnüre am Zügelring.

Nun stellt man den Drachen an einer geeigneten windreichen Stelle auf und rollt die Lenkschnüre gegen den Wind ab. Besser ist es natürlich wenn ein Starthelfer den Drachen festhält. Außer diesem Starthelfer sollte sich jedoch niemand im Start- und Flugbereich des Drachens aufhalten, da moderne Lenkdrachen eine enorme Fluggeschwindigkeit erreichen und bei einem Zusammenstoß mit Personen erhebliche Verletzungen hervorrufen können.

Wenn die Lenkschnüre vollständig abgerollt sind kann man zur besseren Steuerung des Drachens Lenkschlaufen statt der Spulen am Schnurende befestigen, mit denen es sich nach meinem Erachten auch wesentlich bequemer fliegt.

Es versteht sich fast von selber, daß beide Lenkschnüre exakt gleich lang sein sollten.
Die Länge der Lenkschnüre sollte übrigens keinesfalls länger als 50 m gewählt werden. Als Standardlänge gelten 33 m, wobei mit zunehmender Länge der Flugradius größer wird und man etwas mehr Zeit hat den Drachen zu steuern.
Außerdem sollte man unbedingt auf die Stärke der Schnüre achten, welche in daN angegeben werden. Ein daN entspricht in etwa einem kp Zugkraft. In der Regel sind für die einzelnen Drachentypen Empfehlungen vorgegeben. Bei schwachem Wind ist es jedoch durchaus empfehlenswert, auch einmal wesentlich dünnere Schnüre auszuprobieren.


Windscala
Beaufort12345678
erkennbar
durch
leiser Zug
Rauch schräg
Leichte Brise
Eben fühlbar
Schwache Brise
Blattbewegung
Mäßige Brise
Zweigbewegung
Frische Brise
Astbewegung
Steifer Wind
Baumbewegung
Starker Wind
Heulen
Stürmischer Wind
Stämme biegen
km/h1,8 - 5,56 - 11,512 - 19,520 - 29,530 - 39,540 - 5050,5 - 6161,5 - 74,5
Zu schwach für die
meisten Drachen
Ideal für
Anfänger
Hier fängt der
Sport erst richtig an
Profiwind
Gefahr für Drachen und Gestänge

Der Start

Gestartet wird grundsätzlich in der Mitte des Windes. Beim Drachenfliegen spricht man von einem Windfenster. Dieses Windfenster beträgt je nach Drachentyp ca. 120°.
Die Windrichtung liegt in der Mitte des Windfensters. Der Drache hat also einen Flugbereich von ca 60° in jede Richtung.

Zum Starten müssen beide Leinen gespannt sein. Nun zieht man beide Arme kräftig nach hinten. Gegebenenfalls geht man ein oder zwei Schritte zurück. Durch den Ruck hebt der Drache vom Boden ab und fliegt.

Einstellung

Ob der Drache richtig eingestellt ist, stellt man am einfachsten fest, indem man diesen steigen läßt. Hierzu hält man beide Lenkschnüre still nebeneinander, ohne sie nach links oder rechts zu bewegen.Der Drache sollte nun in einer etwa 70°-Position über dem Boden stehenbleiben.
Steigt er zu hoch, fliegt also über den Kopf des Piloten weg, ist die Waage zu steil eingestellt.
Erreicht der Drache nicht genug Flughöhe ist die Waage zu flach eingestellt.

Bevor man nun versucht die Einstellung der Waage zu verändern sollte man sich unbedingt die Grundeinstellung mit Tip-Ex oder einem wasserfesten Stift am Waagenring markieren.
Änderungen an der Waageneinstellung sollten nur millimeterweise vorgenommen werden.

Hat man nun festgestellt, daß die Waage zu steil eingestellt ist, verkürzt man den oberen Waagenschenkel, indem man die Schlaufe am Waagenring etwas löst, und die Schnur nach unten durchzieht. Hiermit verlängert man zwangsläufig den unteren Waagenschenkel.
Ist die Waage zu flach eingestellt, verfährt man in umgekehrter Reihenfolge, verlängert also den oberen Waagenschenkel.

Der äußere Waagenschenkel dient der Einstellung des Drehverhaltens, welches durch Änderungen des Anstellwinkels und der Schenkellänge verändert werden kann.

Das Fliegen

Vor dem Fliegen von Figuren sollte man den Drachen auf höchstmögliche Flughöhe bringen.
Zum Fliegen einer Rechtskurve zieht man nun etwas an der rechten Lenkschnur und behält diese Position bei, bis sich der Drache dem Boden nähert. Nun werden die Lenkschnüre wieder in ihre Ausgangsposition gebracht und der Drache beginnt wieder zu steigen. Zum Fliegen einer Linkskurve wird genauso verfahren.
Da sich die Lenkschnüre beim Kurvenfliegen überkreuzen, ist es ratsam die Kurven zu zählen, um anschließend die gleiche Anzahl von Kurven in die Gegenrichtung zu fliegen um die Schnüre wieder auszugleichen.

Flugfiguren

Das Landen

Zur Landung sollte stets der Windrand benutzt werden, der sich ganz links oder rechts des Windfensters befindet.
Hier versucht man nun den Drachen möglichst flach und parallel über den Boden zu fliegen.
Am Windfensterrand zieht man an der oberen Schnur, bis der Drache parallel zum Boden steht.
Nun geht man ein bis zwei Schritte nach vorne und nimmt dem Drachen so den Wind, worauf dieser zu Boden gleitet.


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