Die Geschichte der Computertechnik  Thomas Willenberg

Einführung :

Viele Menschen benutzen heute einen Computer an ihrem Arbeitsplatz, aber auch zu Hause. Sie tun dies mit einer Selbstverständlichkeit, die noch vor wenigen Jahren kaum vorher-zusehen war. Ermöglicht wurde dies durch eine technische Entwicklung, deren Einzelheiten meist nur Fachleuten be-kannt sind. Wissenschaftliche Forschung, vor allem Fort-schritte in der Programmierung, sorgten dafür, dass diese Menschen heute den Computer benutzen können, ohne sich um die hinter ihm stehende komplexe Technik kümmern zu müssen.

In den vorliegenden Seiten wird, ausgehend von den ersten mechanischen Rechenmaschi-nen, die ersten Rechenautomaten (wie der Rechner Z3 von Konrad Zuse) und das Lochkartenverfahren von Herman Hollerith vorgestellt.  Der Abschluss bildet eine kleiner Ausblick die heute aktuelle Halbleitertechnologie.
Dies ist lediglich eine Zusammenstellung der aufgeführten Literatur und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit!

Basisliteratur für diese Zusammenstellung  ist :
"Computertechnologie Textbuch" ,
ein Vortragsmanuskript mit Folienvorlagen der  IBM Deutschland  GmbH  , Abt UV Werbung,
Stuttgart, o.J.
Ergänzt durch :
Von Abakus bis Computer, eine Entwicklungsgeschichte der Rechentechnik , IBM Deutschland Abteilung 2155, Stuttgart, o.J.
Einführung:  Datenverarbeitung und Informatik , Vorlesungsskript von  G. Fiedler, PH Weingarten ,
  SS 1987

Weitere Informationen : siehe z.B. Links im Internet unter Suchmaschine "Fireball"  ,
 Suchbegriff :  Computergeschichte
 




3500 bis 3000 v. Chr.

Babylonier und Ägypter kannten bereits erste vollständige  Zah1ensysteme.
 

um 300 v. Chr.

Perser und Griechen verwenden ein Rechenbrett.
Die Römer gestalten den Rechentisch um zu  einem handlichen Gerät  dem Abacus.
Dieses Gerät wurde gleichzeitig von den Chinesen erfunden und verfeinert.
 
 

6. bis 8. Jahrhundert n. Chr.

In Indien entsteht das dezimale Zahlensystem.
 
 

Um 1609

Die Rechenstäbe von Lord John Napier of Morchiston (1550 - 1617) verzeichneten das Kleine Einmaleins. Die Multiplikation wurde mit ihrer Hilfe auf die Addition von Teilprodukten zurückgeführt. Der englische Mathematiker W.Oughtred gestaltet den logarithmischen Rechenschieber in seiner endgültigen Form.

1623

W. Schickhard konstruiert die erste Rechenmaschine für sechsstellige Operationen mit den Grundrechenarten durch Zahnradgetriebe und automatischem Zehnerübertrag.

1642

Blaise Pascal (1623- 1665) erarbeitet eine Rechenmaschine für achtstellige  Additionen und Subtraktionen mit durchlaufendem Übertrag . Sie arbeitete wie ein  Kilometerzähler.
 

1673


Basierend auf den Ideen von Schickhardt und Pascal entwickelt Gottfried Wilhelm Freiherr von Leibniz (1646-1716) das Prinzip einer Rechenmaschine, die Multiplikationen ermöglicht. Diese führt er dabei auf fortgesetzte Addition, die Division auf fortlaufende Subtraktion zurück.. Die Besonderheit war ein e Staffelwalze.
 

1679

W.von Leibnitz (s.o) schafft das duale Zahlensystem.
 
 

1778

Unter Verwendung der Erkenntnisse von Leibniz baut Matthäus Hahn (1758-1819) die erste funktionsfähige 4-Spezies-Rechenmaschine.
 
 
 

1822

Der Engländer Charles Babbage konstruierte zum ersten Mal einen programmgesteuerten Rechenautomaten. (Prinzip der "analytical maschine"). Sie verfügt über einen Speicher für 1000 werte zu 50 Dezimalstellen, ein Rechenwerk und eine Programmsteuerung.  Nur wegen der fehlenden technischen Möglichkeiten kam er nie zur Funktion.
 

1866

Der Amerikaner H. Hollerith konstruierte eine elektromechanische Lochkartenmaschine. Die Bewährungsprobe hat die Maschine bei der 11. Volkszählung  glänzend bestanden.
 
 

1941

Konrad Zuse bringt den ersten programmgesteuerten Rechenautomaten der Welt zur einwandfreien Funktion. (Zuse: Z3
Rechengeschwindigkeit: 20 Additionen pro Sec.   Speicherkapazität:  1408 Bit  ,2600  Relais,    Relais- Arbeitsspeicher, Lochstreifen als Programmspeicher
 
 

1944

MARK I, der erste programmgesteuerte Rechenautomat Amerikas wird in Betrieb genommen. Der Harvard MARK I von Howard H. Aiken rechnet mit 72 Addierwerken zu je 23 Dezimalstellen. Das Gerät besteht aus 700000 Einzelteilen.
 

1946

Die erste vollelektronische  Rechenanlage  der Welt wird  in den USA fertiggestellt: John Eckert und John Mauchly stellen ENIAC, den ersten Elektronenrechner der Welt vor. Er enthält 18 000 Elektronenröhren und 1500 Relais. Die Programmierung erfolgt über Schalttafeln und Stecker.
 Rechengeschwindigkeit  : 1000   Additionen pro Sec.
   Speicherkapazität:       rund 20 Dezimalzahlen
   Röhren
 

1953

Halbleiter-Transistoren lösen die Elektronenröhren ab.
2  Computergeneration beginnt
Zweite Rechnergeneration, die nicht mehr mit Röhren, sondern mit Transistoren  bestückt ist.
Beginn der Massenproduktion von Transistoren und damit Anfang der industriellen Fertigung
von Computern.
Rechengeschwindigkeit:  10 000 Additionen pro Sec.
Speicherkapazität: rund 100 Bit/cm3
Als externe Speicher werden Magnetbandgeräte eingesetzt
 
 

ab 1962

Transistoren in Salzkorngröße     3. Computergeneration beginnt
Integrierte Schaltkreise ,  Rechengeschwindigkeit: 500 000 Additionen pro Sec.
Speicherkapazität:    rund 400 Bit/ cm3
 
 
 
 

1971

Erster technisch-wissenschaftlicher Taschenrechner von Hewlett Packard.
 
 

ab 1978

Hochintegrierte Schaltkreise , Halbleiter- Arbeitsspeicher   4 .Computergeneration
Rechengeschwindigkeit:    10 Mio   Additionen pro Sec.
Speicherkapazität: rund 32 KByte/Chip
 
 
 

ab 1987

Computer der 5. Generation
Programmierung  in normaler Sprache? Künstliche Intelligenz - Kann der Computer nach Zielvorgaben das Programm selbst erstellen ?