Hoicard H. Aiken
John P. Eckert und W Mauclily lluunce V Wilkes

Howard H.Aiken (1900-1973) hatte während seiner Doktor-arbeit Probleme der numerischen Mathematik zu bewältigen, die einen hohen rechnerischen Aufwand erforderten. In den ihm bekannten mechanischen Rechenmaschinen und Loch-kartenmaschinen sah er keine Hilfe für Berechnungen dieser Art. Vor allem deshalb, weil er in gewisser Weise voraussah, dass seine Rechenprobleme nur einen Zipfel der möglichen Auf-gabenstellungen in den Wissenschaften darstellten. Aikens und Zuses Ausgangssituation war also durchaus ähnlich.
 

Rechenautomaten mit externer Programmsteuerung


 

Aikens Idee von einem Rechenautomaten, 1937 in einer Aus-arbeitung niedergelegt, brachte ihn in Kontakt zur IBM. Gemeinsam wurde ein elektromechanischer Rechenautomat entwickelt, der als IBMASCC (Automatic Sequence Controlled Calculator) und als Harvard Mark I bekannt wurde. 1943 fer-tiggestellt, ging er im Jahr darauf an der Harvard-Universität in Betrieb.
    Der IBM ASCC war eine riesige Maschine. Aufgebaut aus Bauelementen von Lochkartenmaschinen und ergänzt durch Neuentwicklungen, war er 15 Meter lang, 2,5 Meter hoch, bestand aus 700000 Einzelteilen und 80 Kilometern Lei-tungsdraht. Für eine Addition benötigte er 0,3 Sekunden, und die Multiplikation zweier zehnstelliger Zahlen dauerte etwa sechs Sekunden. Daten wurden über Lochkarten, Lochstrei-fen oder elektrische Schreibmaschinen ein- und ausgegeben. Der IBM ASCC besaß eine externe Programmsteuerung, da die Eingabe von Programmen über Lochstreifen erfolgte.
    Während des Zweiten Weltkriegs war 1942 in den USA das Berechnen von ballistischen Tafeln zu einer Aufgabe gewor-den. die manuell mit mechanischen Rechenmaschinen kaum noch zu bewältigen war. Im selben Jahr machte auch John W. Mauchly (1907-1980) den Vorschlag für einen Rechenautomaten. Auch sein Ausgangspunkt war die Belastung durch langwierige Rechenarbeiten bei seiner wissenschaftlichen Tätigkeit.
    Während eines Kurses über Elektronik an der Moore School of Engineering an der Universität von Pennsylvania lernte er John P. Eckert kennen, und gemeinsam fassen sie den Plan, einen elektronischen Rechenautomaten zu bauen, der als ENIAC (Electronic Numereal Integrator and Calcula-tor) in die Geschichte der Datenverarbeitung einging. Im ENIAC wurden etwa 18000 Elektronenröhren verwendet. Statt der mechanischen dekadischen Zähler setzte man für eine Dezimalstelle eines Zählers zehn elektronische Flip-Flops ein.




    Wie bei Aikens Rechenautomat geschah auch im ENIAC die Datenübertragung dekadisch.
    Die Verwendung von Elektronenröhren brachte eine Stei-gerung der Rechengeschwindigkeit. Eine Addition dauerte 200 Mikrosekunden und die Multiplikation zweier zehnstelli-ger Zah1en 2,8 Millisekunden. Für die Programmsteuerung sie geschah auch hier extern - verwendete man Schalttafeln und Schnüre sowie Stecker. Konstante Werte wie Tabellen-werte konnten durch Schalter eingegeben werden. Bedingte Befehle und Rückwärtsverzweigungen waren nicht möglich. Insgesamt war die Programmierung des ENIAC außerordentlich mühsam und aufwendig.
    An diesen Maschinen wird deutlich, dass es gelungen war, die für einen Arbeitsablauf notwendigen Maschineneinheiten in Form von Bauteilen in einem Rechenautomaten zusammen zufassen. Bedeutende Fortschritte in der Mechanik und EIektromechanik und deren Kombination hatten dies ermöglicht. Der Entwicklungstrend verlief aber eindeutig in Rich-tung Elektronik; bereits beim ENIAC überwog ihr Anteil.
    Charakteristisches Merkmal dieser Rechenautomaten war, die Steuerung ihres Arbeitsablaufes nur von außen  möglich war.
 
 
 
 
 

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