Die Rechenmaschinen von Hahn und Thomas

Philip Matthäus Hahn, ein württembergischer Pfarrer, lebte von 1739 bis 1790. Er beschäftigte sich mit der Herstellung von Taschenuhren und Weltuhren. Letztere dienen zur automati-schen Darstellung der Zusammenhänge im Sonnensystem und besitzen sehr komplizierte Räderwerke. Die feinmechani-schen Erfahrungen und Kenntnisse, die Hahn bei ihrem Bau erwarb, setzte er für die Konstruktion einer mechanischen Rechenmaschine ein. Die Arbeit an ihr begann 1770 in seiner Werkstatt; dabei wurde das Staffelwalzenprinzip benutzt. Nach verschiedenen Ausführungen entstand eine Konstruk-tion, die, wenn notwendig, von jedem guten Uhrmacher repa-riert werden konnte. Das ist das erste bekannte Beispiel, bei dem die Wartungsfähigkeit eines technischen Geräts schon bei der Konstruktion berücksichtigt wurde.
Die erste werkstattmäßige Herstellung von Rechenmaschi-nen in größerer Anzahl geht auf Charles Xavier Thomas (1785-1870) in Paris zurück. Aufgrund eines ihm 1820 erteil-ten Patents wurden in rund 60 Jahren etwa 1500 Rechen-maschinen hergestellt. Während dieses Zeitabschnittes wurde an der technischen Entwicklung des ,,Arithmometre" der Ein-fluß der Benutzer, in diesem Falle vor allem der Versiche-rungsgesellschaften, deutlich. So wurde beispielsweise die Zahl der Ziffern in der Eingabe und Ausgabe der Rechen-maschine von Thomas von anfänglich drei beziehungsweise sechs auf acht beziehungsweise sechzehn Stellen erhöht.
 

 
 
 

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