Die automatischen Rechenmaschinen von Zuse





Hundert Jahre nach Charles Babbage mußte sich der junge Bauingenieur Konrad Zuse (geb. 1910) mit statischen Berech-nungen beschäftigen, die aufgrund ihres Umfangs und ihrer Komplexität einen enormen manuellen Rechenaufwand erforderten. Die diesen Berechnungen zugrunde liegenden Formeln waren mit stets neuen Ausgangswerten aufs neue durchzurechnen. Um ein gewisses Maß an Fehlerfreiheit zu erreichen und die Zwangsläufigkeit der Rechnung zu gewähr-leisten, hatte man sogenannte Rechenschemata ausgearbeitet. Sie ,,steuerten" die Berechnungen.
    Davon ausgehend entwickelte Konrad Zuse 1933 den Gedanken, diese stupiden Rechenvorgänge zu automatisie-ren. In den folgenden Jahren begannen sich seine Gedanken über die Konstruktion eines Rechenautomaten zu konkreti-sieren.
    1941 hatte Zuse - nach den zwei Vorgängermodellen Z 1 und Z2 - seine automatische Rechenmaschine betriebsbereit. Es war die Z3, und sie ist die erste programmgesteuerte Rechen-maschine, deren Programm in einem Lochstreifen gespei-chert war. Die Ideen und Vorschläge von Charles Babbage waren damit nach 100 Jahren wahr geworden. Konrad Zuse erfuhr erst im Verlauf eines Patenterteilungsverfahrens in den 40er Jahren von Charles Babbage und seinen Arbeiten.

Darüber hinaus besaß die Z3 noch folgende wichtige Merk-male:

Welche Techniken hat Konrad Zuse für seinen Rechenautomaten Z3 verwendet?

Die Feinmechanik hatte einen hohen Entwicklungsstand erreicht. Das bewiesen die vielen verschiedenen Arten von mechanischen Rechen- und Buchungsmaschinen, die seit der Jahrhundertwende auf dem Markt erschienen. Bei diesen hatte auch die Anwendung der Elektrizität Einzug gehalten, jedoch nicht für den eigentlichen Rechenvorgang, sondern um die Maschinen damit anzutreiben.
    Auf sich allein gestellt und mit geringen Mitteln ausgestat-tet, entschied Zuse sich für die Verwendung von mechanischen Schaltgliedern, die er selbst in ,,Laubsägearbeit" herstellen konnte. Das Rechenwerk, das Leitwerk und der Speicher sei-ner Z1 waren aus diesen selbstentwickelten mechanischen Schaltgliedern aufgebaut. Beim zweiten Versuchsmodell, der Z2, wurde für das Rechenwerk bereits die Relaistechnik ein-gesetzt. In der Z3 waren dann Rechenwerk und Speicher in dieser Technik ausgeführt.
    Damit konnte dieser Rechenautomat eine einfache Addi-tions- oder Subtraktionsoperation in 70 bis 50 ms und eine Multiplikation in etwa vier bis fünf Sekunden ausführen.

 
 
 

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