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Diese Karibikinsel, die zur Gruppe der Kleinen Antillen gehört (die Inseln unter dem Wind), ist geprägt von Passatwinden, Rum, Wirbelstürmen, Vulkanen und paradiesischer Vegetation.
Guadeloupe ist noch heute eine französische Kolonie und gehört somit zu den "Übersee-Departements". Die Bevölkerung setzt sich zum größten Teil aus Nachfahren der Sklaven zusammen, die nach der In-Besitznahme durch die französischen Kolonialgesellschaften im Jahre 1635 für den Zuckerrohranbau eingeschifft wurden.
So ist diese Insel noch heute von der kreolischen Mentalität und dem tropisch wechselhaften Klima geprägt. Genau das macht den unverwechselbaren Charme des Eilandes aus.
Nationalgetränk ist -natürlich- Rum, der mit Limonensaft und Zucker zusammen den "Ti-punch" ergibt. Diese Getränk ist immer und überall gegenwärtig.
Wir starten wieder einmal im tiefsten Winter von Paris aus nach Point à Pitre, der Hauptstadt der Insel. Als wir aus dem Flugzeug steigen, verschlägt es uns erstmal den Atem, so heiß und schwül ist die Luft, die uns durch die Flugzeugtür entgenströmt. Wir können für die Dauer unseres Aufenthaltes bei meinem Cousin unterkommen, der seit einigen Jahren hier seine Wahlheimat gefunden hat. Er holt uns vom Flughafen ab, und auf der Fahrt zu seinem Haus, können wir die ersten Eindrücke dieser tropischen Insel sammeln.
Die Insel ist geprägt durch zwei völlig gegensätzliche Inselteile, der eher flachen und von herrlichen Sandstränden umgebenen "Grande Terre" und der wild gebirgigen "Basse-Terre".
Unbedingt sehenswert in Point à Pitre ist auch das dortige Aquarium, das eine authentische Vielfalt an Meeresbewohnern präsentiert.
Wir haben uns hauptsächlich auf "Grande Terre", also dem flachen Inselteil aufgehalten. Ein Grund hierfür, war natürlich unser Quartier auf "Grande Terre" und die herrlichen Strände, der andere Grund war der Wetterunterschied. Da die Gebirge von "Basse Terre" dem Passat ein Hindernis auf seinem Weg nach Westen bieten, regnet es dort fast täglich. Somit erklärt sich auch der tropisch feuchte Charakter dieses Inselteils. Allerdings sollte man auf keinen Fall, auch bei Regenwetter, einen Aufstieg zum aktiven Vulkan "La Soufrière" auf "Basse Terre" verpassen!
Auf Guadeloupe war für uns hauptstächlich Erhohlung angesagt, so haben wir alle Strände ausprobiert. Im Norden und Osten der Insel landet die stürmische Brandung des Atlantiks an. So finden wir hier zerklüftete Steilküsten mit beeindruckenden Riesenwellen. Auf der Karibischen Seite finden wir dagegen traumhafte palmengesäumte Strände. Hier eine kleine, ganz persönliche Auswahl:
Darüberhinaus haben wir eine der vielen Dependancen von Guadeloupe besucht: Marie Galante. Mit seinen anderen Dependancen "La Desirade" und "Les Saintes", alle nur wenige Seemeilen von der Hauptinsel entfernt, stellt Guadeloupe ein eigenes Inselreich dar.
Mit dieser kleinen Auswahl haben wir alle vier Himmelsrichtungen von "Grande Terre" beleuchtet.
Dem Besucher von Guadeloupe muß klar sein, daß er sich auf keiner "Billiginsel" befindet. Da auf Guadeloupe praktisch nichts außer Rum produziert wird, muß alles, aber auch wirklich alles per Schiff hertransportiert werden. So liegt das Preisniveau gut 20% höher als im Mutterland Frankreich.
Die kulinarischen Höhepunkte der kreolischen Küche wie z.B. gefüllte Krabben, Lambi-Muscheln, kreolische Blutwurst (mit viel Knoblauch), Ziegenbraten, Colombo (indisches Fleischcurry) und vieles mehr bleiben den Besucher versagt, wenn er nicht bereit ist, mindestens 200 Francs für ein Essen zu bezahlen. Genauso verhält es sich mit den Unterkünften. Guadeloupe und seine Nachbarinseln wird beherrscht vom Club Med und Co. Diese treiben die Preise in die Höhe. So bleibt für günstige Privat-Quartiere nicht viel Spielraum. Eine einfache Unterkunft ist im besten Fall für 200 Francs die Nacht zu bekommen.
Trotz allem wird jeder, der einmal auf Guadeloupe war, der die karibische Sorglosigkeit dieser Insel kennen gelernt hat, gerne wieder zurückkehren.