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Ein Nachtbus bringt uns zum ca. 600 Km entfernten Oaxaca. Wir fahren auf der weltberühmten Panamericana, die von der US-Grenze bis Guatemala City 2.700 Km durch Südamerika führt.
Morgens um 5.00 Uhr treffen wir sehr müde in Oaxaca ein, da im Bus an Schlafen praktisch nicht zu denken war. Glücklicherweise finden wir einen freundlichen Hotelier, der uns, obwohl wir ihn aus dem Bett klingeln, zu dieser unwirtlichen Zeit bereits ein Zimmer vermietet, und wir können noch ein paar Stunden schlafen.
Frisch gestärkt machen wir uns fünf Stunden später auf, die Stadt zu erkunden.
Eine der bedeutendsten Ausgrabungsstätten Mexicos, Monte Alban, liegt in der Nähe Oaxacas, gut mit dem Bus zu erreichen. Unser klappriger Bus schnauft bedenklich, als er die steilen Serpentinen hinauf kurvt.
Da wir aus politischen Gründen Chiapas umgehen müssen, ist unsere nächste Station Merida, die bereits auf der Halbinsel Yucatan liegt.
Merida
Merida ist mit 800.000 Einwohnern die Hauptstadt Yukatans. Bemerkenswert ist, daß alle Straßen schachbrettartig angeordnet sind. Das System ist einfach: von Norden nach Süden sind die Straßen mit geraden Zahlen numeriert, von Osten nach Westen mit ungeraden.
Merida ist außerdem die Hauptstadt der Hängematten"! Die hier in Handarbeit angefertigten Hängematten sind von besonders guter Qualität. Es ist selbstverständlich, daß wir uns von hier eine Hängematte mit nach Hause bringen.
Wir nehmen Merida als Ausgangspunkt für die Besichtigung der großen Maya Stätten Chichen-Itza und Uxmal.
Uxmal
75 Km südlich von Merida liegt die wichtige Maya-Stätte Uxmal. Beherrscht wird die Anlage von der 30 m hohen Pyramide del Adivino.
Eine Sage berichtet, daß die Pyramide das Ergebnis eines Wettkampfes zwischen einem Zauberzwerg und dem Gouverneur von Uxmal sei. Der Zwerg habe die Pyramide innerhalb nur einer einzigen Nacht errichtet, um dem Gouverneur seine große Macht zu demonstrieren.
Chichen-Izta
Die Spitze der Pyramide ist durch 365 Stufen erschlossen, genauso viele, wie das Jahr Tage hat. Auf den Plattformen der Pyramide befinden sich 52 Tafeln, die den 52-Jahres Zyklus der Maya-Zeitrechnung darstellen.
Der Tempel ist so konstruiert, daß jeweils am 21. März und am 21. September, also zum Frühlings- und Herbstanfang ein interessantes Lichtschauspiel stattfindet. Licht und Schatten auf einem Schlangenkopf an der Nordseite der Pyramide erwecken bei Sonnenuntergang den Eindruck, als ob eine Schlange die Pyramide hinunter kriecht. Am 21. September das gleiche Schauspiel in entgegengesetzter Richtung, die Schlange scheint wieder die Pyramide hinauf zu kriechen.
Da wir ja unser ganzes Gepäck dabei haben, ist die Besichtigung in der schattenlosen Sonnenglut recht anstrengend. So ziehen wir uns in eine der angrenzenden Bars zurück und warten auf einen Bus, der uns bis in den Touristenort Cancun bringen soll.
Cancun
Eigentlich hatten wir uns nach so viel Maya-Kultur auf den weltberühmten Badeort gefreut. Doch die Retorten-Stadt ist nur aus riesigen klimatisierten Luxushotels zusammengewürfelt. Klammottenläden, Nachtklubs und Diskotheken machen den Charme" des Ortes aus.
Einzig die Strandpromenade bietet einen schönen Sonnenuntergang. In Cancun hält es uns daher nur wenige Stunden, und wir reisen weiter Richtung Westen bis Tulum.
| Tulum war ein im 4. Jahrhundert gegründeter Maya-Hafen. Die unmittelbare Nähe der Pyramiden zu den weißen palmenbewachsenen Karibik-Stränden macht den besonderen Reiz der Anlage aus. | ![]() |
Nach eingehender Besichtigung der Maya-Stätte sehen wir am Strand einen Leuchtturm. Da wir noch immer auf der Suche nach einem Plätzchen sind, wo wir nach so viel Kultur ein paar Tage Badeurlaub anschließen können, schauen wir uns das mal an. Und wir werden fündig: der Leuchtturm liegt an einem abgeschiedenen Strand mit smaragdgrünen Wasser, Palmen und ein paar Bambushütten.
Bald werden wir mit dem freundlichen Leuchtturmwärter einig. Er hat eine Bambushütte direkt am Strand zu vermieten. In dieser Hütte befindet sich nichts außer einem Ventilator an der Decke, einer gemauerten Pritsche und einer Hängematte, die quer durch den Raum gespannt ist. Immer abends um 20.00 Uhr startet unser Vermieter seinen Dieselgenerator, der die Lampe des Leuchtturms mit Strom versorgt, dann läuft auch unser Ventilator. Das Badezimmer" besteht aus einem Wasserfaß hinter einer Kokosnußpalme, aus dem man sich mit einer aufgeschnittenen Lenor-Flasche Wasser herausschöpfen kann. Um den Luxus zu vervollständigen, ist an der Bade-Palme" ein kleiner Spiegel aufgehängt worden!
Hier ist der Ort, an dem wir unsere Mexico-Durchquerung stilvoll ausklingen lassen können! Es gefällt uns so gut, daß wir unseren American-Airline Flug um einige Tage verschieben. Erfreulicherweise geht das telefonisch völlig unproblematisch. Nach einigen Tagen Relaxen und Baden rückt allerdings unsere nunmehr unaufschiebbare Heimreise näher, und so starten wir von Cancun aus ins winterkalte Deutschland.