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Algarve
Wir schaffen die Strecke von Porto bis zur Algarve nicht an einem Tag, denn wir wollen ab Lissabon den Intercity-Express nach Lagos nehmen. In Lissabon selbst wollen wir aber nicht mehr übernachten, da die Zimmerpreise dort recht hoch sind. So entdecken wir Oeiras, ca. 12 Km westlich von Lissabon gelegen. Hier befindet sich eine Jugendherberge mit eigenem Strand, direkt am Meer. Oeiras ist mit der S-Bahn ausgezeichnet mit Lissabon verbunden.
Lagos schlägt uns ganz in seinen Bann. Trotz viel Pauschaltourismus hat die Stadt ihren eigenen Charakter bewahrt. Mehrere Tage bleiben wir hier, genießen die unzähligen Strassencafés und Spaziergänge durch die hübsche Altstadt.
Ein Fußmarsch zur ca. 6 Km entfernten südlich gelegenen Ponte da Piedade ist ein beeindruckendes Erlebnis.
Auf dem Rückmarsch bietet sich ein Bad an einem der drei durch die Steilküste geschützten Strände an.
Obwohl wir uns kaum von Lagos trennen können, wollen wir doch noch an die Südwestspitze Europas, dem Cabo Sao Vicente. Zu diesem Zweck fahren wir nach Sagres. und nehmen uns dort ein Zimmer. Im Ort ist wirklich gar nichts los, die meisten Restaurants sind geschlossen. Um am nächsten Morgen zum Cap zu gelangen, mieten wir uns zwei Fahrräder und radeln die 6 Km zu der 80 m hohen Klippe. Oben darauf steht ein Leuchtturm, den man besichtigen kann (wenn der Andrang nicht zu groß ist). Die Klippe sowie die endlose Weite des Atlantik sind sehr imposant, doch uns verderben die per Bus hergekarrten Touristenmassen den Genuß unseres Ausfluges. Überall liegt Müll herum und auf dem Busparkplatz stehen etliche Eis-, Getränke und Würstchenverkaufsstände, die mit ihren Stromgeneratoren mit den Reisebussen um die Wette knattern.
| Wir hätten das Cap gerne zum Sonnenuntergang erlebt, wenn die anderen Ausflügler wieder weg sind, aber wir müssen noch heute unseren Bus zurück nach Lagos und von dort weiter nach Portimao bekommen. | ![]() |
Portimao ist ein bedeutender Sardinenhafen, erscheint uns aber nicht besonders reizvoll, zumal wir vom Zentrum bis zur Jugendherberge einen halbstündigen Fußmarsch absolvieren müssen. Die einzige Attraktion sind die Grillbuden der Fischer am Hafen, die dort abends ihre frisch gefangenen Fische auf großen Holzkohlegrills zubereiten. Leider geht zu dem Zeitpunkt, als wir dort unter freiem Himmel etwas essen wollen, ein Gewitter-Platzregen nieder, sodaß uns die frischen gegrillten Sardinen hier versagt bleiben.
Wir verlassen Portimao um das etwas im Landesinneren gelegene Monchique zu besuchen. Die Sierra de Monchique profitiert von der Algarven-Sonne und besitzt eine äußerst üppige Vegetation. Leider sind die heißen Quellen von Monchique, ein altes zur Jahrhundertwende im maurischen Stil erbautes Thermalbad, nicht mehr geöffnet.
Wieder an der Küste angelangt ist Baden an einem der schönsten Strände der Algarve angesagt: die Praia da Rocha. 3 Km südlich von Portimao liegt dieser einmalig schöne Sandstrand, umgeben von roten Felsenklippen. Durch eine Felsenklippe führt sogar ein Fußgängertunnel. Hier ist für uns erst mal baden angesagt.
Weniger schön ist allerdings der Ort, der sich auf der Klippe breit gemacht hat. Geschmacklose Hotelbunker sind rund um die schöne Bucht errichtet worden.
Unsere letzte Station an der Algarve ist Albufeira. Trotz großem Pauschaltouristen-Andrang finden wir ein wunderschön gelegenes Zimmer mit großem Balkon und Meerblick. Wir genießen die langen Spaziergänge am Strand. Kilometerweit kann man am Meer entlang von einem Ort zum nächsten laufen. Auch der Ort selbst ist recht angenehm und hat ein klein wenig vom Flair des ehemaligen Fischerdörfchens bewahren können. Durch eine Klippe führt ein Tunnel zum einen der beiden Stadtstrände hinunter. Die Praia dos Barcos" ist der Strand der Fischer. Nach Rückkehr vom Fischfang ziehen sie ihre Boote einfach auf den Strand hinauf. Hier wird auch der tägliche Fischmarkt abgehalten.
Vor allem ein abendlicher Bummel durch die quirligen, verwinkelten Altstadtgässchen ist aufgrund der unzähligen Tavernen sehr einladend.
Auch dieser Urlaub geht zu Ende, und wir fahren mit dem Intercity" (der im Schnitt gerade mal 80 km/h macht!) wieder nach Lissabon zurück. Jetzt endlich, am Flughafen, da wir unsere Rucksäcke nicht mehr tragen müssen, holen wir nach, was wir in Porto versäumt haben: wir kaufen ein paar Flaschen Portwein.